Wehrlein fliegt nach teamcrash aus der spitze – monaco wird zum alptraum
Pascal Wehrlein schreibt in Monaco kein Märchen, sondern ein Horror-Skript. Der Porsche-Pilot und Ex-Weltmeister rutscht nach einem Selbstfutter der Extraklasse auf Platz 18 durchs Halbfinale der Formel-E-Saison – und muss die Tabellenführung an Mitch Evans abtreten.
Die Szene, die die Meisterschaft durcheinanderwirbelt, passiert in Sekundenbruchteilen. Rennrunde 21, Steckdose Tabac, Bremszone. Nico Müller, bis dahin in Schlagdistanz, rutscht ins Heck des Teamkollegen. Reifenplatzer für Wehrlein, Flügel weg für Müller – beide Porsche liegen quer, die Safety-Car-Phase folgt auf dem Fuß.
Ein crash, zwei geschichten, null punkte
Während die Schweizer Boxencrew Müllers Frontflügel in Rekordzeit tauscht, rollt Wehrlein mit plattem rechten Hinterreifen ins Kastell. Die Folge: 18. Rang, erster Punktverlust seit drei Rennwochenenden. Müller rettet noch Rang neun, doch auch das ist ein Trostpreis mit Beigeschmack.
Die Zahlen sind gnadenlos: Evans feiert mit seinem zweiten Platz 18 Zähler und hat nun 116 Punkte auf dem Konto. Wehrlein bleibt bei 101 – ein Sechzehner-Rückstand, der bei noch fünf verbleibenden Läufen nachhaltig weh tut.

De vries lacht, günther zuckt mit den schultern
Obenauf freut sich Nyck de Vries. Der Niederländer pilotiert seine Mahindra zum ersten Saisonsieg und beweist: Aus der Diskussion verabschiedet ist er noch lange nicht. Dahinter entschärft Evans die Meisterschaftsfrage vorerst – mit der Ruhe eines Mannes, der weiß, dass Monaco seine persönliche Jagdgrube ist.
Maximilian Günther nimmt Startplatz drei mit, liefert am Ende nur Platz acht ab. „Wir haben das Speed, aber nicht die Lücken gefunden“, sagt er und klingt dabei, als hätte er selbst sein Auto auf der engen Schleife vermisst.
Am Sonntag (15.05 Uhr, DF1) rollt das Feld erneut an – selbe Strecke, neues Blatt. Für Wehrlein heißt es dann: Vollgas oder Vollbad. Die Meisterschaft ist noch nicht verloren, aber die eigene Garage muss endlich wieder zum sicheren Hafen werden.
