Williams: rätselhaftes gewichtsparprogramm – und ein mercedes-deal!
Miami – Ein unerwarteter Knackpunkt bei Carlos Sainz Jr.s Sprint-Qualifying in Miami, ein radikaler Umbau des Williams FW48 und ein überraschendes Eingeständnis des Teamchefs James Vowles: Bei Williams brodelt es. Sainz verpasste aufgrund eines Problems mit der elektrischen Leistungsabgabe knapp die Top 10, doch die Veränderungen am Auto sind offensichtlich und werfen Fragen auf.
Neue aerodynamik, deutlich weniger gewicht
Die Neuerungen in Miami sind vielfältig: Boden und Bargeboards wurden komplett überarbeitet, die Pontons sind deutlich schlanker und weniger voluminös, und auch die Lufteinlässe präsentieren sich in einem deutlich stilisierten Design. Ziel ist es, sowohl Anpressdruck zu generieren als auch Gewicht zu sparen. Ein Prozess, der seiner Natur nach langwierig ist. Doch Vowles verblüffte mit einer Aussage, die weit über den üblichen Entwicklungsbericht hinausging.
Das Team habe eine Lösung gefunden, um unter die 768 kg zu kommen – sogar deutlich darunter, bis hin zu einem Wert von 768 kg abzüglich 10 kg. Dabei wurde das Designteam als treibende Kraft hinter diesem Durchbruch identifiziert. Die Umsetzung innerhalb des begrenzten Budgets gestaltet sich jedoch als Herausforderung, die Zeit benötigt. Vowles selbst beschrieb den Prozess mit einem Augenzwinkern: „Ein paar Kilo. Das war hart!“, wobei er dabei an die eigene Fitness erinnerte – ein humorvoller Einschub, der das immense Ingenieurswissen hinter der Entwicklung unterstreicht.
Das Problem: Effizienz und Kosten
Die eigentliche Hürde liegt nicht in der Entwicklung, sondern in der Umsetzung unter den aktuellen Budgetbeschränkungen. „Das ist nicht effizient, es im Rennen einzusetzen“, erklärte Vowles. Er betonte die Notwendigkeit, vorsichtig zu sein, wenn ein Produkt fast am Ende seines Lebenszyklus steht. Dennoch zeigte er sich zufrieden damit, dass die Designkapazitäten bereits das Potenzial für das richtige Gewicht demonstriert hätten.
„Wir suchen das Ziel, aber die Produktion wird etwas Zeit in Anspruch nehmen. Es sind ein paar Kilo in Miami, und jede weitere Rennveranstaltung wird eine ähnliche Reduktion bringen“, so Vowles. Die Erwartung ist klar: Nach der Sommerpause soll Williams ein wettbewerbsfähiges Gewicht erreichen und deutlich effizientere Teile einsetzen, womit die Mannschaft möglicherweise eine Position im Mittelfeld erreichen und sogar um Podestplätze kämpfen könnte – ähnlich wie 2025, als Sainz zwei Mal auf das Podium fuhr.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Großen Preis von Spanien in Madrid, einem Rennen, auf das Sainz mit besonderer Vorfreude blickt. Ein kompletter Neuentwurf des Autos unter Einhaltung des Gewichts wäre angesichts des Budgets unrealistisch, daher müssen die Verbesserungen schrittweise erfolgen. Der „fatale“ Winter in der Williams-Fabrik hinterlässt somit seine Spuren, doch es gibt eine Lösung.

Mercedes-verstärkung und neue strategierichtung
Ein weiterer Hoffnungsträger ist die Verpflichtung von Dan Milner als neuem Leiter der Entwicklung, der von Mercedes kommt – ein alter Bekannter Vowles’. Bereits am ersten Tag unterstützte er das Team. Auch Claire Simpson von Mercedes schloss sich dem Team an. „Wir werden in den nächsten drei bis vier Monaten weitere wertvolle Mitarbeiter begrüßen“, kündigte Vowles an. Milners Einfluss sei bereits jetzt „sehr signifikant und schnell“ und führe zu einer „leichten Veränderung der Richtung“.
„Was mir an Williams gefällt, ist die Bereitschaft, Veränderungen zur Erreichung von Exzellenz anzunehmen“, betonte Vowles. „Wir werden uns in die richtige Richtung bewegen und diesen Weg weitergehen, solange es eine klare Ambition und Motivation gibt, ein Weltmeisterschaftsniveau zu erreichen – und Dan verkörpert genau das.“
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob Williams seine ambitionierten Ziele erreichen kann. Denn die Zeichen stehen gut, dass das Team aus Grove in der kommenden Saison eine deutlich größere Rolle spielen wird. Die Ingenieurskunst hat bereits erste Früchte getragen, nun gilt es, diese in konstante Rennleistungen umzusetzen.
