Meister-inter: zwischen ferrari-heulern und elektro-flüstern – die ps-garage der nerazzurri
Scudetto Nummer 21 ist eingefahren, drei Spieltage vor Schluss. Jetzt zeigt Inter Mailand, was wirklich unter der Haube steckt – und zwar in den privaten Garagen der Profis. Die Bandbreite reicht von 800-PS-Lamborghinis bis zum leisen BYD-Groll des neuen Automotive-Partners.
Die lauten: sommer, bastoni & co. lassen es krachen
Yann Sommer rollt in eine Parklücke, der 4,0-Liter-V8 seiner Ferrari F8 Tributo knurrt wie ein Corner-Kick unterlatten. 720 PS, 2,9 Sekunden auf 100 – genau die Werte, mit denen der Schweizer auch die Strafraumkante dominiert. Alessandro Bastoni dagegen schwört auf Sant’Agata: seine Lamborghini Huracán STO trägt das gleine Grün wie das Meister-Trikot, nur dass hier 640 PS durch Carbon statt durch Kurvenlauf entstehen.
Hakan Calhanoglu hat sich für ein Triebwerk entschieden, das nicht nur laut ist, sondern auch auffällt: ein AMG G 63 in mattschwarz – perfekt, um nach Spielduellen durch die Navigli-Straßen zu donnern. Lautstärke als Psychospiel, so kennt man den Penalty-Spezialisten.

Die leisen: thuram und lautaro setzen auf elektro
Marcus Thuram dagegen flüstert. Sein Tesla Model S Plaid beschleunigt in 2,1 Sekunden, aber eben ohne DB-Knall. Französische Coolness: lieber 1.020 Elektro-PS mit Netflix im Stand als italienische Zylinder-Symphonie. Lautaro Martínez fährt sogar zwei Modelle – den BYD Seal für die Stadt und einen Porsche Taycan für die Autobahn Richtung Buenos Aires-Heimaturlaub. Der Argentinier mag’s effizient, solange der Lader ausreicht, um seine 27 Saisontore zu feiern.
Was auffällt: die jüngere Meister-Generation wählt Reichweite vor Röhre, Software vor Sound. Ein leises Zeichen, dass selbst im Tempel von San Siro die Zeichenwende rollt – nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf dem Asphalt.
Der deal dahinter: byd liefert nicht nur zahlen
Seit dieser Saison klebt das chinesische Kürzel auf den Banden, und Inter kassiert dafür einen zweistelligen Millionenbetrag. BYD-Chef Stella Li prahlt intern mit „122.000 Ingenieuren weltweit“, doch auf dem Parkplatz zählt nur eins: wer übernimmt den Staffelstab von Lamborghini & Co.?
Die Antwort steht in der Garage. Wenn Thuram nach dem Training leise davongleitet und Sommers Ferrari erst um 4.000 U/min erwacht, spiegelt sich die Spaltung des Klubs: Tradition meets Transition. Der Scudetto ist gesichert, die Frage nach dem nächsten Antrieb noch nicht.
Inter Mailand feiert sich als Turbo-Meister – und fährt nebenan schon elektrisch davon.
