Weber schlägt grüllich im deutschen endspiel und jagt die wm-tickets
Leon Weber hat Milton Keynes kurzerhand in Klein-Berlin verwandelt. Beim siebten Stopp der PDC Development Tour trafen erstmals zwei Deutsche das Finale – und Weber behielt mit 5:2 gegen Dominik Grüllich die Nerven. 3.000 Pfund und ein Schub Selbstvertrauen sind seinem Konto gutgeschrieben, doch das ist erst der Anfang.
Webers average verrät, warum er derzeit unerreichbar wirkt
97,18 Punkte im Drei-Dart-Schnitt – das ist kein Jugendwert, das ist Profiniveau. Der 22-Jährige spielte sein Tempo konsequent durch, zwang Grüllich in Rückstände und beendete die Partie mit einem satten 16-Darter. Die Arena war laut, aber zwischen den beiden Landsleuten herrschte kaum Gesprächsbedarf: Sie kennen sich aus unzähligen Trainingseinheiten auf der European Tour und wissen, wer zuerst zögert, verliert.
Die Szene jubelt, doch intern schielt jeder auf die Gesamtrangliste. Nach vier von 24 Events führt Grüllich mit 4.600 Pfund die deutsche Jagd auf die begehrten WM-Startplätze an. Weber folgt mit 4.200 Pfund auf Platz sieben. Nur die besten drei erhalten am Jahresende das Ticket nach Alexandra Palace. „Wir sind beide noch unter 24, deshalb dürfen wir hier mitmischen – und das nutzen wir gnadenlos aus“, sagte Weber nach dem Match.

Beau greaves liefert den neun-darter, scheitert aber kurz darauf
Was die Engländerin Beau Greaves im Achtelfinale ablieferte, wird länger erinnerlich sein als manches Finale. Ein Neun-Darter gegen PDC-Profi Charlie Manby, perfekt geworfen, perfekt gefeiert. Die 22-Jährige lächelte nur kurz, schob die Pfeile zurück in die Tasche und fertigte ihren Gegner 4:1 ab. Im Viertelfinale stoppte dann Angelo Balsamo ihren Lauf – knapp, mit 5:4. Dennoch: Greaves beweist nach ihrer Junioren-Dominanz, dass sie auch bei den Männern für Aufsehen sorgt.
Die Development Tour ist kein Kindergarten. Mit dabei sind Tourcard-Inhaber, die auf der Pro-Tour Erfahrung sammeln, aber noch jung genug sind, um hier Punkte zu jagen. Das spiegelt sich in den Preisgeldern wider: 75.000 Pfund sind allein in diesem Jahr ausgeschrieben, und jeder Sieg bringt die Jäger einen Schritt näher zum Ally Pally.
Weber hat das Tempo vorgegeben, Grüllich wird antworten. Die nächsten Events folgen im Mai, wieder in England, wieder mit deutschem Fokus. Wer jetzt nachlässt, verliert nicht nur Geld – er verliert die Chance, sich beim größten Turnier des Jahres zu beweisen. Die Jagd läuft, und sie wird härter als jede Scheibe.
