Wanitzek jagt die 66: schalke wird zur bühne seiner assist-legende
66 Vorlagen stehen in der Statistik, eine 66. würde Geschichte schreiben. Marvin Wanitzek reist mit dem Karlsruher SC nach Gelsenkirchen, um auf Schalke den ewigen Rekord der 2. Liga zu knacken – und ausgerechnet die Königsblauen sind momentan angeschlagen.
Der kapitän, der den wildpark seit neun jahren im rhythmus hält
Seit 2017 trägt Wanitzek das KSC-Trikot, seit Jahren ist er dessen Herzstück. 13 Tore, fünf Assists – das ist nur die reinen Zahl der laufenden Saison. Seine 65 Vorlagen in 226 Partien bedeuten aber vor allem eins: Er sieht Räume früher als alle anderen, spielt Pässe, die Verteidiger erst lesen, wenn der Ball bereits im Netz zappelt.
Die Personalie war diese Woche kurz in Gefahr. Ein leichter Infekt stoppte ihn zwei Tage, die Anspannung im Trainingslager stieg. Am Donnerstag gab Trainer Christian Eichner Entwarnung: „Marvin sitzt im Bus, er spielt.“ Für Eichner keine Frage. „Wenn er nur dabei ist, geht es jedem besser.“

Schalke zittert, dzeko fehlt – perfekte ausgangslage für wanitzek
Der Tabellenführer kommt nicht zur Ruhe. Letzte Niederlage datiert zwar auf Ende Januar, doch die letzten beiden Spiele endeten nur mit Remis. Edin Dzeko fällt mit Schulterproblemen aus, die Angriffsspitze verliert ihre Schärfe. Genau der Moment, in dem ein Spielmacher wie Wanitzek den Gegner mit Millimeterpässen entzaubern kann.
Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten fünf Auswärtsspielen lieferte Wanitzek vier Assists, dreimal führten seine Hereingaben direkt zum Tor. Schalkes rechte Seite kassierte in diesem Zeitraum schon acht Gegentore, wenn der Ball dort rollte. Wanitzek hat sich genau diese Zone vorgenommen.

Vom bundesliga-malus zum zweitliga-maestro
Die Karriere des 32-Jährigen liest sich wie ein Lehrbuch über Timing. Beim VfB Stuttgart lieferte er 96 Spiele in der Zweiten, aber nur eine einzige Bundesligaminute. Eine Herzerkrankung stoppte ihn mit 23, zwölf Monate später der Wechsel in den Wildpark. Dort wurde er nicht nur wieder gesund, sondern zur Institution.
Sein Vertrag läuft bis 2029. Danach will er zurück nach Ubstadt, in die Kreisklasse A, zu seinem Bruder Nicolas, der dort Spielertrainer ist. „Mit ihm auf dem Platz, wo alles begann“, sagt Wanitzek. Bis dahin aber jagt er noch Rekorde – und vielleicht ja doch den großen Traum: Aufstieg mit dem KSC.
Sonntag, 13.30 Uhr, AufSchalke. Ein Spieler, eine Zahl, eine Historie. Wenn Wanitzek den Ball an der rechten Strafraumkante einläuft, werden 30.000 Schalker auf einmal still. Dann nämlich, wenn seine 66. Vorlage im Gedränge den Weg ins Tor findet.
