Gensheimer packt aus: fehler, niederlage und neue aufgabe bei den löwen
Mannheim – Der Abschied von Uwe Gensheimer als Sportchef der Rhein-Neckar Löwen ist offenbar schmerzhafter als zunächst angenommen. Der Handball-Star spricht nun offen über die Gründe für sein Aus, eigene Fehler und die Art und Weise, wie der Verein mit der Entscheidung umgegangen ist. Ein Ende, das sich anfühlt, als hätte er persönlich versagt.
Die bittere erkenntnis: „nicht alles richtig gemacht“
Gensheimer räumte im Gespräch mit dem Mannheimer Morgen und der Rhein-Neckar-Zeitung ein, dass er während seiner Amtszeit nicht ohne Fehl und Tadel agiert habe. „Mit Sicherheit habe ich nicht alles richtig gemacht“, gestand der Ex-Nationalspieler. Der Druck, die Löwen wieder in die Erfolgsspur zu bringen, war enorm, und offenbar hat er nicht alle Erwartungen erfüllen können. Das Ende seiner Tätigkeit als Sportlicher Leiter fühlt sich demnach wie eine persönliche Niederlage an, da die gemeinsamen Ziele nicht erreicht wurden.
Doch es ist nicht nur die eigene Leistung, die Gensheimer beschäftigt. Er kritisiert auch die Art und Weise, wie der Verein die Entscheidung über sein Ausscheiden kommuniziert hat. Die Trennung kam für ihn scheinbar überraschend, obwohl bereits seit einiger Zeit die Zeichen an einem Wechsel festgeschrieben waren. Die Löwen scheinen sich in einer Phase des Umbruchs zu befinden, und Gensheimer wird nun in neue Aufgabenbereiche eingebunden.

Neuer fokus: scouting-netzwerk und internationalisierung
Stattdessen soll sich Gensheimer künftig dem Aufbau eines Scouting-Netzwerks und der Internationalisierung des Vereins widmen. Eine komplette Abkehr von den Löwen kam für ihn jedoch nie infrage. „Ich bin sehr gerne in diesem Klub und will hier nach wie vor anpacken“, betonte Gensheimer. Sein Engagement für die Löwen ist tief verwurzelt, was auch daran liegt, dass er den Verein seit 2003 spielt und nach seiner aktiven Karriere zum Sportlichen Leiter ernannt wurde – abgesehen von einem dreijährigen Intermezzo bei Paris Saint-Germain.
Trainer Pascal Machulla äußerte sich ebenfalls zu Gensheimers Aussagen und sprach von einer „Aus der Bahn geworfen“ Situation. Die Veränderungen innerhalb des Teams und der sportlichen Leitung scheinen eine Zerreißprobe zu bedeuten, doch Gensheimer scheint entschlossen, seine Expertise für den Erfolg der Löwen einzusetzen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Fokus auf Scouting und Internationalisierung die notwendige neue Dynamik für die Rhein-Neckar Löwen freisetzen kann.
