Vinicius zerstört espanyol, stoppt barça-krönung und schreibt madrid-geschichte

Vinicius Junior spielt, als gäbe es kein Morgen. Im RCDE-Stadion riss er das Spiel an sich, erzielte beide Treffer und verhinderte mit einem 2:0-Sieg des Real Madrid nicht nur die vorzeitige Meisterfeier des FC Barcelona – er vertagte auch die peinliche Frage, ob man dem Erzrivalen am Samstag im Camp Nou die Ehrenspalte bieten muss.

Die Zahlen sind nicht nur gut, sie sind irrwitzig: 254 Einsätze in fünf Saisons, 112 Tore, 82 Vorlagen – das sind 0,76 direkt beteiligte Treffer pro Spiel. Damit zieht der 24-Jährige in eine Reihe mit Di Stéfano, Puskás, Cristiano Ronaldo und Benzema. Nur acht Madrilene schafften es, fünf Jahre in Folge 20+ Tore zu erzielen. Vinicius ist der jüngste auf dieser Liste.

Arbeloa-effekt: tor alle 131 minuten statt alle 328

Unter Xabi Alonso war er Dauerkraft, aber keine Killer-Maschine – sechs Tore in 27 Partien. Seit Álvaro Arbeloa im Januar das Ruder übernahm, explodierte die Quote: 15 Tore in 23 Spielen, ein Treffer alle 131 Minuten. Gegen Espanyol traf er doppelt, klatschte den Ball noch an den Pfosten und kassierte acht Fouls – doppelt so viele wie Bellingham, der Zweitplatzierte in dieser Statistik.

„Er ist eine komplette Bedrohung, sobald er den Ball hat“, sagte Arbeloa nach dem Schlusspfiff. „Mutig, konstant, intelligent – und er hilft hinten mit. Ich habe Glück, ihn zu trainieren.“

Ohne mbappé wird vinicius zur ein-mann-armee

Ohne mbappé wird vinicius zur ein-mann-armee

Was niemand laut sagt, aber jeder sieht: Ohne Kylian Mbappé auf dem Rasen wächst Vinicius zur Leitfigur. Er ging häufiger in die Box, leitete 20 Pässe im letzten Drittel ein und erzielte das 0:1 nach einer Solo-Sequenz, die drei Gegenspieler alt aussehen ließ. Das 0:2 besiegelte er mit einem Lupfer, der Espanyol-Torwart Joan García noch die Handschuhe ausziehen ließ.

Seit Jahresbeginn traf er 16-mal in Europa – nur Harry Kane (24) ist effizienter. In der ewigen Madrid-Torschützenliste liegt Vinicius mit 126 Treffern bereits auf Rang 14, nur einen Treffer hinter Fernando Hierro.

Der Brasilianer wird am Samstag im Camp Nou wieder laufen, als gäbe es kein Finale im Sommer. Weil er nie pauseiert, hat er sich in eine Illustrierte gespielt, die sonst nur Legenden zusteht. Und weil er nicht müde wird, werden die Königlichen auch nicht müde, ihm zu applaudieren.