Ganna siegt in flandern – und zahlt lehrgeld!

Filippo Ganna hat in einem atemberaubenden Finale die „Klassieke van Gent-Wevelgem“ gewonnen und Wout van Aert im Sprint geschlagen. Ein Triumph, der jedoch von einer unerwarteten Strafe überschattet wird. Das Team Ineos Grenadier Jubelt, doch die Rennleitung hat entschieden: Auch Stars müssen sich an die Regeln halten.

Ein sieg mit nachwirkungen: ganna muss zahlen

Der Jubel über den ersten großen Eintageserfolg seiner Karriere wurde dem italienischen Ausnahmefahrer Ganna prompt durch eine Geldstrafe von 200 Schweizer Franken getrübt. Grund: Eine sogenannte „Sticky-Bottle“-Taktik. Was im Profi-Radsport zwar weit verbreitet ist, wird dennoch rigoros geahndet. Nach einem Defekt nutzte Ganna die Übergabe einer Trinkflasche durch sein Team, um kurzzeitig durchzuziehen und so Geschwindigkeit aufzubauen. Eine Praxis, die zwar vielen Fahrern vertraut ist, aber den Regeln widerspricht.

Das Team Ineos Grenadiers wurde zusätzlich mit 500 Franken bestraft. Die Strafe mag gering erscheinen, doch sie wirft einen Schatten auf einen ansonsten perfekten Tag für Ganna. Denn: Es war kein Zufall. Der Mann, der in der Einzelzeitfahrt zur Weltklasse gehört, bewies auch in einem anspruchsvollen Eintagesrennen seine Klasse.

Defekte und dramatik: gannas weg zum sieg

Defekte und dramatik: gannas weg zum sieg

Der Weg zum Sieg war alles andere als glatt. Zunächst verzeichnete Ganna einen Vorderradschaden, er musste sein Rad wechseln. Doch das Schicksal schlug erneut zu: Wenige Kilometer später brach der Lenker seiner neuen Rennmaschine, angeblich aufgrund einer zu fest angezogenen Bremshebelklemme – ein ärgerlicher Moment für den Italiener. Aber Ganna ließ sich nicht entmutigen und kämpfte sich zurück ins Peloton. Die letzten 150 Meter waren ein nervenzerreißender Spurt, in dem er schließlich van Aert bezwingen konnte.

Die Jury entschied, dass der Regelverstoß bei der Trinkflaschenübergabe nicht entscheidend für den Ausgang des Rennens war, da er sich in der Mitte des Rennens ereignete. Eine Entscheidung, die Ganna in der Folge erleichtert haben dürfte. Denn hätte die Jury den Vorfall anders bewertet, wäre der Sieg möglicherweise aberkannt worden.

Es bleibt festzuhalten: Auch ein Weltklasse-Athlet wie Filippo Ganna ist nicht vor den Regeln gefeit. Die Strafe mag gering sein, aber sie ist eine Mahnung für alle Profis: Im Radsport gilt es, fair zu spielen – auch wenn der Sieg in greifbarer Nähe ist. Es wird spannend zu sehen sein, wie Ganna und sein Team in Zukunft mit solchen Situationen umgehen werden.