Vuskovic schlägt zurück: hsv packt den klassenerhalt nach horror-woche

Ein Schlag aufs Aluminium, vier Mal. Dann flogen die Schuhe. Drei Tage später flog der Ball ins Netz – zweimal. Luka Vuskovic hat den Hamburger SV aus der Bedeutungslosigkeit zurück in die Bundesliga-Echtzeit katapultiert.

Der 19-jährige, der sich selbst bestrafte

Wolfsburg, 15.000 HSV-Fans, gefühltes Finalspiel. 0:1 nach 18 Minuten, die Luft raus? Nein, denn Vuskovic tritt an, zieht den Ellbogen hoch, lässt sich von Jonas Adjetey zu Fall bringen. Elfmeter. Er schiebt ihn selbst, Maximilian Arnold streicht die Finger dran – 1:1. Dann wieder er, wieder Adjetey, wieder Foul. Wieder Vuskovic, diesmal mit Assist für Robert Glatzel. 2:1, die Arena kocht.

Die Statistik dahinter: Erster HSV-Defensivspieler seit Marcell Jansen 2011 mit zwei Torbeteiligungen in einem Auswärtsspiel. Zweitliga-Debütant, der in 45 Minuten die Tordifferenz dreht. Kroate, der für Tottenham ausgeliehen ist und laut spanischen Medien Barça-Scouts auf den Tribünen hatte.

Der trainer spricht über schuhe und psyche

Der trainer spricht über schuhe und psyche

Merlin Polzin lacht, als er an Mittwoch denkt: „Luka lebt von Emotionen. Das ist kein Makel, das ist sein Turbo.“ Der Coach erklärt, warum er den Jungen nach dem Schuhe-Schleudern nicht rausnahm: „Er hasst sich selbst, wenn er scheitert. Solche Spieler will ich.“

Die Zahlen untermauern es: 11 Kopfballduellen gewonnen, 5 klärende tackles, 94 % Passquote. Dazu die zwei Elfmeter provoziert – mehr individuelle Handlungsspielräume gibt es in der 2. Liga selten.

Die Stimmung im Block der Hamburger? „Wir haben ihn gefühlt getragen“, sagt Nicolai Remberg. „Er trägt uns seit Wochen.“

Die rechnung für den klassenerhalt steht offen

Die rechnung für den klassenerhalt steht offen

Mit 41 Punkten liegt der HSV drei Zähler vor dem Strudel. Drei Spiele noch, Darmstadt, Kiel, Osnabrück. Die Tordifferenz ist positiv, die Moral rekordverdächtig. Der Verein spielt nicht nur um Liga zwei, sondern um ein Narrativ: Jugend, Emotion, Zukunft. Vuskovic verkörpert das – und weiß, dass er in Hamburg Geschichte schreiben kann, bevor er irgendwann in London oder Barcelona weitermacht.

Remberg formuliert es so: „Wenn wir aufsteigen, trägt Luka die Nummer 44 in der Bundesliga – egal, ob er dann noch hier ist oder nicht.“ Die Botschaft: Dieser Sieg war mehr als drei Punkte. Er war ein Versprechen.