Vuskovic rettet hsv-stay mit doppelpack: wolfsburg-sieg verpufft

19 Jahre, 1,95 m, 5. Bundesliga-Tor – und plötzlich steht der HSV doch noch mit einem Bein in der kommenden Saison. Luka Vuskovic schoss seine Hamburger am Samstagabend mit einem Elfmeter und einer Kopfball-Airshow zum 2:1-Auswärtssieg bei Wolfsburg, zog dabei die komplette Arena auf seine Seite und ließ selbst den kriselnden VfL-Block verstummen.

Vuskovic übernimmt, weil vieira fehlt – und trifft eiskalt

Die Szene war bezeichnend. Moritz Jenz tritt ihm in die Ferse, Pfiff, kein Mitspieler protestiert, der Kroate packet sich selbst den Ball. „Ich war Nummer eins auf dem Zettel, Fábio ist raus – ich hatte ein gutes Bauchgefühl“, sagt er nach Abpfiff mit der Gelassenheit eines Veterans, obwohl er gerade mal 26 Bundesliga-Einsätze auf dem Buckel hat. Das 1:1 weckte die Rothosen, das 2:1 besorgte Jean-Luc Dompé – nach Vuskovic-Schenkung. Der Teenager legt sich selbst die Ehre aufs Eis, um den suspendierten Franzosen zurück in die Spur zu schieben. „Er hat alles gegeben, er gehört zu uns“, sagt Vuskovic und klingt dabei wie ein Kapitän, der weiß, dass Teams in Not auch mal Schulterklopfer brauchen.

Barça und Bayern schicken bereits Scouts, Tottenham zahlt weiter die Gehaltschecks, doch in Hamburg will man den Weltklasse-Verteidiger jetzt fest verankern. Die Klausel liegt bei 18 Millionen Euro, das Geld ist knapp, aber die Signale sind eindeutig. „Die Vuskovic-Familie hat extrem viel mit dem HSV zu tun“, sagt Coach Merlin Polzin und spielt damit auf Bruder Mario an, der bis November gesperrt die 44 trug. Luka trägt sie jetzt – und die Fans tragen ihn.

Luftkampf-könig mit tor-garantie

Luftkampf-könig mit tor-garantie

Statistisch gesehen ist Vuskovic ein Ausreißer. Kein Innenverteidiger in Europas Top-Ligen traf öfter als er. 5 Tore, 1,5 gewonnene Luftduelle pro Spiel, 87 % Passquote – Zahlen, die selbst er selbst mit einem Schulterzucken kommentiert: „Ich arbeite hart, mehr gibt’s nicht zu sagen.“ Doch dahinter steckt ein Detail, das seine Mitspieler fasziniert. „Er springt nicht hoch, er bleibt oben“, sagt Albert Sambi Lokonga und grinst. „Manchmal denke ich, er hat einen versteckten Trampolin im Schuh.“

Die Wolfsburger wollten ihn mit langen Bällen zermürben, doch fast jeder Abschlag landete auf seinem Kopf. In der 78. Minute blockte er Windsschäden, in der 88. Minute klärte er per Seitenfallzieher – und jubelte anschließend lauter als nach seinem Elfmeter. „Solche Spiele muss man erst mal ertragen“, sagt Polkin, „aber er trägt das mit einer Lässigkeit, die ansteckt.“

Pfosten-fluch wird zum alu-glück

Noch am Mittwoch knallte Vuskovic gegen Leverkusen die Kugel an die Latte, schlug anschließend wütend gegen den Pfosten – und erinnerte sich an den Saisonauftakt, als er sich nach einer vergebenen Großchance drei gebrochene Finger holte. Diesmal blieb der Rahmen still, das Netz zitterte. Die Hamburger Fans skandieren bereits ein neues Lied: „Wenn der Pfosten pfeift, spielt Vuskovic weiter.“

Der Klub plant intern schon den Verkauf zusätzlicher 44-Trikots, sollte der Kroate bleiben. Die Einnahmen würden die Ablöse nicht decken, aber sie zeigen: In Hamburg glaubt man wieder an Helden. Und Luka? Der will den HSV nicht nur erhalten, er will ihn nach vorne bringen. „Ich bin hier, um Tore zu schießen und Spiele zu gewinnen – mehr gibt’s nicht zu sagen.“

Barcelona und Bayern werden sich warm anziehen müssen. Der HSV hat seinen Riesen gerade erst entdeckt – und er hat noch längst nicht genug.