Vorwürfe gegen desg: staatsministerin schenderlein schaltet sich ein
Ermittlungen nach athleten-kritik an der desg
Berlin – Der Druck auf den Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Verband (DESG) wächst. Nach scharfer Kritik von Athletensprecher Hendrik Dombek an der Verbandsführung hat sich nun auch Staatsministerin Christiane Schenderlein eingeschaltet. Die zuständige Ministerin will die vorgebrachten Vorwürfe prüfen lassen, wie das Bundeskanzleramt der ARD mitteilte. Die Situation im DESG scheint sich zuzuspitzen.

Dombeks kritik an präsident große
Hendrik Dombek hatte in einem Beitrag der ARD deutliche Worte gefunden. Er bemängelte eine mangelnde Kommunikation und einen unzureichenden Umgang mit den Athleten. Besonders in die Kritik geriet DESG-Präsident Matthias Große. Dombek sprach von einer „erheblichen Belastung“ für die Aktiven und forderte einen „intensiveren und regelmäßigen Austausch mit den Verbandsgremien“.

Dosb reagiert auf die vorwürfe
Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich zu den Vorwürfen geäußert. Man sei „sensibilisiert“ durch die aktuelle Berichterstattung und erwarte von seinen Mitgliedsverbänden ein Verhalten, das im Einklang mit rechtlichen Vorgaben und den eigenen Satzungen stehe. Ein fairer Umgang und ein sicheres Umfeld für die Athleten seien dabei von höchster Bedeutung.
Autonomie der verbände und rechtliche grenzen
Der DOSB betonte zudem, dass die Autonomie der Sportverbände zwar respektiert werde, diese aber durch rechtliche Rahmenbedingungen begrenzt sei. Dazu zählen unter anderem das Vereinsrecht, das Strafrecht und das Persönlichkeitsrecht. Die Einhaltung dieser Regeln sei unerlässlich, um einen fairen und transparenten Sportbetrieb zu gewährleisten.
Athleten fordern mitspracherecht
Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland, bestätigte die Frustration der Athleten. „Sie wollen eigentlich mitgestalten, und es wurde ihnen immer wieder die Tür vor der Nase zugeschlagen“, so Herber. Die Athleten fordern mehr Mitspracherecht und eine stärkere Berücksichtigung ihrer Interessen innerhalb des Verbandes.
Desg schweigt zu finanziellen vorwürfen
Dem DESG wird vorgeworfen, Haushaltspläne zurückgehalten und versprochene Prämien nicht an Vereine und Sportler ausbezahlt zu haben. Matthias Große wollte sich auf SID-Anfrage zu diesen Vorwürfen nicht äußern. Eine umfassende Stellungnahme soll erst nach den Winterspielen am 26. Februar auf einer Pressekonferenz in Berlin erfolgen.
Hintergrund: desg unter druck
Matthias Große ist seit 2020 Präsident des DESG. Er ist Lebensgefährte der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein. Große hatte sich zum Ziel gesetzt, den einst erfolgreichen Verband, der seit 2010 keine Olympiamedaille mehr gewonnen hat, zu alter Stärke zurückzuführen. Diese Aufgabe gestaltet sich nun offenbar schwieriger als erwartet.
Ausblick: pressekonferenz am mügelturm
Die Athleten und die Öffentlichkeit erwarten von der angekündigten Pressekonferenz am 26. Februar detaillierte Aufklärungen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation im DESG. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Angelegenheit weiterentwickelt und ob die Vorwürfe zu Konsequenzen für die Verbandsführung führen werden.
