Von allmen lässt sich live die haare kürzen – odermatt lacht über die 42 auf dem schädel
Franjo von Allmen kam zur Siegerehrung, ging mit einer Glatze und einer 42 davon. Die Speed-Kugel ist sein, der Ruf auch – und nun prangt seine Glückszahl in Nacken, frisch rasiert von Moderatorin Fabienne Gyr, live im SRF-Sender.
Odermatt krönt sich, von allmen krönt sich anders
Marco Odermatt holte den Gesamtweltcup, zwei kleine Kugeln und den Titel «Sportler des Jahres». Doch die Bilder, die am Sonntagabend durch die sozialen Netzwerke flogen, zeigen nicht ihn, sondern den 24-jährigen Franjo von Allmen, wie er auf der Bühne sitzt, den Blick nach vorn, während Gyrs Hand mit dem Rasierer zittert. «Ach du Scheiße», murmelte sie, als die Klinge die Kontur der 42 freilegte. Das Publikum im Hallenstadion brach in Jubel aus – die Geste war improvisiert, die Pointe perfekt.
Der Grund für die Aktion: Bei der Heim-WM 2025 lief das gesamte Schweizer Herren-Team mit Halbglatzen auf, ein einheitlicher Look, der damals für Schlagzeilen sorgte. Gyr griff den Running Gag auf, Von Allmen spielte mit. «Wenn schon Glatze, dann mit Botschaft», sagte er hinterher. Die 42 steht für seine Startnummer in Kitzbühel, wo er seine erste Olympia-Abfahrt gewann. Seitdem trägt er sie auf der Helmabdeckung, nun auch auf der Haut.

Der silber-olympier bleibt silber, der dreifach-olympiasieger wird dritter
Während Odermatt in vier olympischen Rennen keine Goldmedaille holte, sich aber mit Silber und Bronze schadlos hielt, fuhr Von Allmen in der Abfahrt, im Super-G und der Team-Kombination auf Goldkurs. Trotzdem landete er in der Publikumsabstimmung hinter Odermatt und Schwimm-Ass Noè Ponti auf Rang drei. Die Trophäe ist Metall, der Auftritt bleibt legende.
Odermatt selbst nahm die Schere mit Humor. Auf Gyrs Frage, was er mit 50 Jahren mache, antwortete er trocken: «Friseur.» Gyr konterte: «Dann bewerbe ich mich bei Ihnen als Lehrling.» Der Saal lachte, die Pointe saß. Die Schweizer Sport-Gala ist sonst ein Fest der Zahlen – 5 Weltcupsiege, 3 Kristallkugeln, 2 Silbermedaillen. Diesmal war es eine einzige Zahl, die alle anderen überstrahlte: 42, frisch in die Kopfhaut geschnitten, mitten auf der Bühne, mitten in der Nacht.
Der Winter ist vorbei, die Saison abgehakt. Doch wer nächstes Jahr an Kitzbühel denkt, wird nicht nur an die Streif erinnern, sondern auch an die 42 auf einem rasierten Schädel – und daran, dass manchmal der dritte Platz die größte Show liefert.
