Rummenigge zieht die kampfansage: bayern vor der brutalsten cl-prüfung

Karl-Heinz Rummenigge schlägt den Ton vor, bevor der Ball rollt. „Es wird unsere bisher härteste Prüfung“, sagt der Bayern-Aufsichtsrat vor dem Viertelfinal-Kracher bei Real Madrid. Kein Nettigkeiten, keine Schönwetter-Rede. Stattdessen knallt er der spanischen Zeitung AS ins Gesicht, was Sache ist: „Es werden zwei hitzige Spiele, sowohl in Madrid als auch in München.“

Engel und giganten: die psv-partie als blaupause

Die Referenz ist klar. Bayern muss auf dem Niveau der Gruppenphase gegen Paris Saint-Germain bleiben. 45 Minuten wie Engel, 45 Minuten wie eine Mauer: das war die Formel, mit der die Münchner das Achtelfinale gegen die Franzosen überstanden. Luis Díaz’ Platzverweis war der Funke, der die Defensive zu Giganten werden ließ. Genau dieses Schalterspiel verlangt Rummenigge nun gegen die Königlichen. „Wenn die Mannschaft dieses Niveau halten kann, haben wir die Chance, eine gute Grundlage für das Rückspiel zu legen.“

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. 28 Vergleiche, zwölf Siege auf jeder Seite. Der letzte Bayern-Sieg datiert aus dem Frühjahr 2012, damals 4:3 im Elfmeterschießen. Seitdem wartet der Rekordmeister auf einen Erfolg gegen Madrid. Die Serie nagt, sie erzeugt Druck, sie ist ein leiser Vorwurf an jede neue Generation.

Vinicius jr. lacht sich ins fäustchen

Vinicius jr. lacht sich ins fäustchen

Während Rummenigge warnt, grinst Vinicius Jr. Der Brasilianer traf in den letzten sechs Champions-League-Partien fünfmal, in der Liga ebenso. Nach dem Achtelfinal-Einzug donnerte er Richtung München: „Lasst sie uns packen!“ Kein Provokateur, sondern Real-Fanatiker. Für ihn beginnt die Saison erst, wenn die Königsklashe live geht. „Wenn Real Madrid in diesem Wettbewerb spielt, ändert sich alles.“

Bayern könnte Vinicius schon längst verpflichten? Rummenigge streicht die Idee mit zwei Sätzen ab. „Vinicius ist unbezahlbar und spielt bereits für seinen Traumverein.“ Punkt. Kein Poker, kein Kalkül. Der 25-Jährige ist Madrids Herzstück, unter Alvaro Arbeloa sogar Leistungsträger. Bei Xabi Alonso war das anders. Die Differenzen zwischen Trainer und Star galten als mitursächlich für Alonsos Scheitern. Rummenigge findet deutliche Worte: „Ich kann nicht im Detail kommentieren, was danach geschah, aber wenn die Leistung hinter den Erwartungen zurückbleibt, ist die Lösung meist ein Trainerwechsel.“

Die demut, die tötet

Die demut, die tötet

Die Botschaft ist klar: Demut wird nicht als Schwäche verstanden, sondern als Waffe. „Die Partie mit Demut angehen und uns bewusst sein, dass uns eine gewaltige Herausforderung bevorsteht“, sagt Rummenigge. Kein Pathos, aber eine Erinnerung an die eigene Sterblichkeit. Madrid ist kein Gegner, der sich einschüchtern lässt. 100 Millionen für Adam Wharton? Auch das ein Indiz: Die Königlichen planen schon weiter, während Bayern sich auf den Moment konzentriert.

Die Uhr tickt. Noch sieben Tage bis zum 7. April, noch eine Woche, um die Engel- und Giganten-Seite wieder zu finden. Dann steht Real bereit. Und Vinicius wartet nur darauf, die Bayern zu packen.