Vom meazza ins green: erjona sulejmani schlägt mit golf den ball weiter als rom
Sie war das schönste Gesicht der EM 2016, heute trifft sie den Ball präziser als damals die Selfie-Apps. Erjona Sulejmani, 480 000 Follower auf Instagram, hat das San-Siro-Fieber gegen Golf-Swing getauscht – und erklärt, warum das kein Aufgeben, sondern ein Upgrade ist.
Von der curva nord aufs fairway
„Ich bin mit dem Inter-Club-Bus vom Gardasee nach Mailand gefahren, habe Amala gesungen und beim Betreten des Meazza Gänsehaut bekommen“, erzählt sie TSV Pelkum Sportwelt. „Heute hole ich mir dieselbe Adrenalin-Dosis, indem ich den Driver schwinge. Golf zwingt dich, deinen Kopf leer zu machen – sonst landet der Ball im Wasser.“
Die 35-Jährige lebt seit drei Jahren auf Fuerteventura. Zwischen Homeschooling für Sohn Luan, Fernstudium zur Mental-Coachin und Bikini-Shootings blockt sie zweimal die Woche Pilates, zweimal Yoga – und einmal die 18-Loch-Anlage von Caleta de Fuste. „Ich schreibe Me-Time in meinen Kalender. Wenn ich das Wort schwarz auf weiß sehe, kann ich sogar meine italienische Perfektion vergessen und abschlag.“

Disziplin statt dizzy
Hinter dem Glamour steht ein Balkan-Kind, das 1999 mit zehn Jahren aus Albanien kam und sofort die rote Seite Mailands wählte. „Wir wurden oft verurteilt, egal wie brav wir waren. Das hat mir beigebracht, dass Meinungen billig sind – Ergebnisse zählen.“ Genau deshalb verzichtet sie auf Diät-Hypes. „Keine Zigarette, kein Alkohol, keine 23-Uhr-Snacks. Mein Körper ist kein Trend, er ist mein Arbeitsplatz.“
Den größten Karriereschnitt setzte sie 2022, als sie sich aus der Beziehung zu Ex-Nationalspieler Blerim Džemaili zurückzog. „Mutig war nicht die Trennung – mutig war, danach auf mein eigenes Spiel zu setzen, statt auf Schlagzeilen.“
Nächste runde: podcast statt catwalk
Ihr Ziel: ein transpersonaler Mental-Coach-Podcast für Athleten. „Ich will kein Hot-Girl-Talk, ich will die Frage beantworten, wie man nach Verletzung, Transfer oder Karriereende wieder auf die Beine kommt.“ Wenn Luan älter ist, will sie zurück ins TV – „aber nur, wenn ich vorher bewiesen habe, dass ich mehr bin als ein Gesicht im Stadion.“
Sie spielt derzeit Handicap 24, senkt sich aber selbst. „Jeder Schwung ist ein kleiner Neuanfang. Genau wie jedes Training, das ich als Mutter zwischen Kita und Konferenz zusammenklicke.“ Ihr Fazit klingt wie ein Abschlag in den Wind: „Wenn der Ball ins Ziel rollt, weiß ich, dass alles andere – Presse, Ex-Partner, Algorithmus – nur Nebensache ist.“
