Volley goats kassieren düren-dämpfer – rettung kommt von der fusion

0:3 in Düren, Satzscore 18:25, 22:25, 23:25 – die Volley Goats Mitteldeutschland verlassen die Rheinlandhalle mit leeren Händen und geröteten Köpfen. Der Knall kommt zum perfekten Zeitpunkt: Weil zwei Liga-Konkurrenten fusionieren, steht kein Abstiegsplatz mehr zur Debatte. Die Hallenser bleiben unten drin, aber drin – ein Satz Glück, den sich die Mannschaft von Interimstrainer Lukas Thielemann selbst erarbeitet hat.

Frühstart misslingt, goats laufen hinterher

Bereits beim 3:10 im ersten Satz schien die Partie gelaufen. Die powervolleys nutzten die erste Schwächephase gnadenlos aus, Dürens Diagonalangreifer fanden Lücken, wo sonst Wände stehen. Auch Satz zwei begann ausbalanciert, doch jedes Mal, wenn die Gäste auf zwei Punkte herankamen, schlug Düren zurück. Bis zum 22:23 im dritten Durchgang hielten die Goats die Spannung hoch, doch ein Aufschlagfehler und ein Block out beendeten die Hoffnung.

Die Statistik liefert das üble Gemisch: nur 35 % Angriffserfolg, zweistellige Fehlerquote, kein Satzball verwandelt. Thielemanns Gesicht nach dem Schlusspunkt: ausdruckslos, aber nicht verbittert. „Wir haben die erste Hälfte der Saison mit Kohle statt Benzin betankt, jetzt zählen nur noch Punkte“, sagte er im MDR-Gangway-Gespräch. Die Worte klingen nach Kampfansage an die eigene Truppe.

Tabellenkeller wird zur dauerbaustelle

Tabellenkeller wird zur dauerbaustelle

Mit 3:17 Punkten aus den letzten fünf Spielen rutschen die Volley Goats auf Rang 11 ab, neun Zähler hinter dem rettenden Mittelfeld. Die Liga-Fusion zweier Süd-Klubs verhindert zwar den direkten Abstieg, sportlich bleibt die Lage prekär. Die nächsten Gegge: Stuttgart, Herrsching, Berlin – alles Teams, die sich die Play-offs auf die Fahnen geschrieben haben. Für Thielemann heißt es: „Wir müssen aus der Defensive herauskommen, sonst wird der Keller zur Falle.“

Die Fans reisen trotzdem mit. 150 Anhänger hatten sich auf den Weg nach Düren gemacht, ihre Trommeln verstummten erst nach dem Abpfiff. Die Botschaft auf dem Banner: „Goats never quit“. Nach der Niederlage wirkt der Slogan wie ein Versprechen – und wie ein Mahnmal für die restliche Saison.

Die Volley Goats haben das Ticket für die Bundesliga sicher in der Tasche, doch wer unten bleibt, verliert mehr als nur Punkte: Sponsoren, Zuschauer, Selbstvertrauen. Die Rettung kommt aus der Geschäftsstelle, nicht vom Feld. Der Sport selbst verlangt jetzt Antworten – und die Zeit läuft bereits gegen den nächsten Gegner.