Courchevel versinkt im schnee – super-g abgesagt, odermatt lacht
Der Schnee fiel so dicht, dass die Stangen auf der Piste L'Éclipse schon vor dem Start verschwanden. Um 7:45 Urt. entschied die FIS, den vorletzten Super-G der Männer abzublasen. Kein Nachholtermin. Die Saison verkürzt sich um ein Rennen – und Marco Odermatt darf die kleine Kugel wohl vom Sofa aus eintüten.
Warum genau heute alles zu viel war
15 Zentimeter Neuschnee in zwölf Stunden, dazu Nebelfetzen, die die Sicht auf fünf Meter drückten. „Die Sicherheit der Athleten steht vor Show“, sagte Renndirektor Markus Waldner knapp. Schon in der Nacht hatten die Pistencrews mit 120 Helfern und 20 Schneefräsen gegen das weiße Pulver gekämpft – vergeblich. Die Wetterlage in den Trois Vallées gilt bis Sonntagmittag als unverändert kritisch. Für den zweiten Super-G am Sonntag herrscht ebenfalls Code Rot.
Damit bleibt nur noch der finale Super-G in Kvitfjell (Norwegen) am 19. März. Odermatt führt mit 158 Punkten vor Vincent Kriechmayr. Selbst wenn der Österreicher dort gewänne, reicht dem Schweizer ein 15. Platz, um die Kugel zu sichern. Die Statistik spricht für ihn: In 17 der letzten 18 Super-G-Rennen landete er innerhalb der Top 15.

Was die abfahrt von freitag bedeutet
Kriechmayr holte sich in Courchevel seinen zweiten Saisonsieg – und demonstrierte, dass er auch auf weichem Geläuf die Kante findet. Mit 1,42 Sekunden Vorsprung vor Adrian Smiseth Sejersted fuhr er eine der dominanteren Abfahrten des Winters. Doch der Sieg kommt zu spät, um Odermatts Wertungsführung noch zu gefährden.
Für die Organisatoren ist die Absage ein finanzieller Schlag: Etwa 18 000 Tickets wurden zurückgenommen, Sponsoren fordern Rabatte. Die Region Savoie rechnet mit einem Verlust von rund 1,8 Millionen Euro durch ausbleibende Hotellerie- und Gastronomieumsätze.
Die FIS kündigte an, das Rennkonzept für kommende Frühjahre zu überarbeiten. Späte Termine in nördlichen Skigebieten sollen künftig nur noch mit Notfallpisten ausgestattet werden. Doch das hilft heute niemandem. Die Athleten packen bereits die Skier ein – und Odermatt hat seinen zweiten Weltcup-Kristall so gut wie sicher.
