156 Spanier im weiß-blau: seves geist lebt beim ryder-cup-generalprobe-match

Barcelona schwitzt, El Prat glüht – und 156 Profis schlüpfen in Seve Ballesteros‘ Farben. Weiß-Blau so weit das Auge reicht, ein lebendes Mosaik, das dem Mann gedacht ist, der europäischen Golf erst Selbstbewusstsein schenkte. Die Bilder bestimmten Tag eins des Estrella Damm Catalunya Championship, dem Testlauf für die Ryder Cup 2031. Wer hier trifft, träumt laut von Bethpage Black.

Norris fegt mit 64er-runde das feld weg

Shaun Norris ließ den Ball sprechen. Sieben Birdies, ein Eagle, 64 Schläge – der Südafrikaner schraubte sich auf 8 unter Par und erinnerte daran, warum er in Japan, Südafrika und auf der DP World Tour bereits 14 Mal gewann. Bermuda-Gras? Kein Problem für den 41-Jährigen, der sich selbst als „Wanderer zwischen den Kontinenten“ bezeichnet. „Wenn das Gras kurz ist, kenne ich mich aus“, sagte er nach seiner Runde, die er mit einem ruhigen Lächeln quittierte. Die Konkurrenz schaute neidisch.

Die Spanier hingegen blieben blass. Kein Feuerwerk, nur einzelne Raketen. Iván Cantero sorgte für den letzten Lichtblick. Der Asturier drehte die Partie auf der Back-Nine: Fünf Birdies in sieben Löchern, 68 Schläge, Platz 16. „Ich habe auf der 2 – meiner 11 – endlich die Löcher gesehen“, lachte der 30-Jährige, dessen Hauptsponsor eine Industriereinigungsfirma ist. „Dann kam der Schwung.“

Chacarra und co. bleiben hinter den erwartungen

Chacarra und co. bleiben hinter den erwartungen

Die Next-Gen verpasste den Start nach Maß. Eugenio Chacarra rutschte nach einem wilden Links-Schlag auf dem 2 auf Even Par zurück, Joel Moscatels Driver blitzte nur in Phasen, Ángel Ayora kostete jedes Birdie mit einem Bogey aus. Drei Schläge Rückstand auf Cantero – in einem Feld, das sich in zwei Jahren auf dem neuen Camiral-Kurs die Köpfe einschlagen wird, ist das ein Warnschuss.

Doch der Tag gehörte nicht den Scorekarten. Er gehörte dem Bild über dem Clubhaus: 156 Spieler, identisch gekleidet, identisch motiviert. Ein Schweigen fiel, als die Organisatoren Seves Porträt auf die Großleinwand warfen. Dann Applaus, laut und lang. Die Botschaft war klar: Hier wird Geschichte vorbereitet, nicht nur Golf gespielt.

Die zweite Runde startet bei 30 Grad und steigender Spannung. Norris muss beweisen, dass seine 64 kein Zufall war. Cantero will anknüpfen. Und hinter ihnen lauern die Schweden, die Südafrikaner – und vielleicht ein Spanier, der heute das Handtuch nicht schmeißt. El Prat ist bereit. Seve auch.