Vogel jagt pröpster und co. bis zur erschöpfung: olympia-training wird zur hölle

Kristina Vogel lässt ihre Sprintern am Limit verzweifeln. 00:51 Uhr, Halle dunkel, Beine brennen. Die Zweifach-Olympiasiegerin postet ein Video, das die deutschen Bahnhoffen schaudern lässt: Alessa-Catriona Pröpster und Lara-Sophie quälen sich durch Sprints, die kein Ende finden.

Vogels methode: kein pardon, nur vollgas

Vogels methode: kein pardon, nur vollgas

Die 32-Jährige steht am Rand, Stopuhr in der Hand, Stimme schneidend. „Noch eine Runde“ heißt es immer wieder. Pröpsters Gesicht ist ein Gemälde aus Schmerz, Lara-Sophie stemmt sich mit letzter Kraft aus den Startlöchern. Vogel filmend, kommentierend, treibend.

Das Training findet statt, während andere schon längst im Bett liegen. Die Athletinnen wissen: Wer bei Vogel mitmacht, darf sich nicht erlauben, vor 1:30 Uhr zu duschen. Die Belastung entspricht keinem klassischen Plan – sie ist eine psychologische Kriegsführung gegen die eigenen Grenzen.

Was auf Instagram wie ein Spaß aussieht, ist in Wahrheit knallharte Selektion. Vogel will wissen, wer bei der WM 2027 noch dabei ist. Die Antwort liefert der Puls: 198 Schläge pro Minute, gemessen kurz nach dem letzten Sprint. Das ist kein Wert, das ist eine Kampfansage an den Rest des Feldes.

Deutschlands Sprinttrainer schauen heimlich mit. Sie wissen: Vogels Drill liefert Daten, die kein Leistungsdiagnostik-Labor bietet – pure Erfahrung aus 13 Weltmeistertiteln. Wer hier durchhält, hat gelernt, dass Schmerz nur ein Signal ist, kein Stopp-Schild.

Am Ende stehen zwei junge Frauen mit zitternden Knien und einem Lächeln, das stolzer ist als jede Medaille. Vogel nickt: „Morgen geht’s weiter.“ Kein „gut gemacht“, kein Schulterklopfen. Der nächste Morgen beginnt in vier Stunden. Die Uhr tickt, der Kreislauf ruft, der Traum von Paris 2028 aber auch.