Nagelsmann zückt die wundertüte: sané zurück in löws spur
Julian Nagelsmann will ihn. Ganz klar. Nach dem 6:0 gegen die Slowakei, als Leroy Sané zwei Tore schoss und zwei vorbereitete, da war klar: Der Bundestrainer hat seinen Joker wieder. Jetzt heißt es: Nominierung für die Testspiele Ende März. Schweiz. Ghana. Und dann? Die WM in Nordamerika.

Warum sané plötzlich wieder sexy ist
Nagelsmann sagt es so: „Wir haben von seinem Profil nicht viele Spieler, die oft ins Zentrum gehen vom rechten Flügel.“ Das ist kein Kompliment. Das ist ein Fakt. Deutschland braucht diesen Typen. Diesen Spieler, der dribbelt, der sich durchbrennt, der Unordnung schafft. Sané kann das. Manchmal.
Das ist der Haken. Das weiß Nagelsmann. „Wir wissen bei ihm nie zu 100 Prozent, was am Ende auf den Platz kommt“, sagt er. Aber er sagt es nicht als Kritik. Er sagt es als Wahrheit. Als Trainer, der bereit ist, das Risiko einzugehen. Weil er muss. Weil Deutschland in der Offensive zu berechenbar geworden ist.
Sané ist 30. 72 Länderspiele. Er war bei Schalke, bei München, jetzt bei Galatasaray. In Istanbul ging es holprig los. Jetzt läuft es. Besser. Nicht perfekt. Aber besser. Nagelsmann sieht das. Er sagt: „Er macht es auch bei Galatasaray gut.“ Das ist wichtig. Weil Sané nicht mehr der Junge ist, der nur mit Talent spielt. Er muss jetzt liefern. Und er tut es. Immerhin.
Die Nominierung für die Spiele gegen die Schweiz in Basel und gegen Ghana in Stuttgart ist kein Geschenk. Es ist eine Prüfung. Sané bekommt seine Chance. Wieder. Vielleicht die letzte. Nagelsmann hat gesagt, dass er nicht mehr viele Chancen bekommen wird. Das war im November. Jetzt ist März. Sané hat geantwortet. Mit Toren. Mit Assists. Mit dem, was er kann.
Die WM rückt näher. 11. Juni bis 19. Juli. USA, Kanada, Mexiko. Drei Länder. Ein Turnier. Deutschland will angreifen. Sané könnte dabei sein. Wenn er fit bleibt. Wenn er konstant bleibt. Wenn er zeigt, dass er nicht nur eine Wundertüte ist, sondern ein Spieler, der Tore schießt und Spiele entscheidet.
Nagelsmann wird ihn berufen. Das steht fest. Sané wird wieder in die Nationalelf zurückkehren. Nicht als Hoffnung. Als Fakt. Als Teil des Plans. Ob er dann auch in den endgültigen Kader kommt, das steht in den Sternen. Oder besser: in seinen Füßen.
