Irans luftraum dicht: iraks wm-traum droht 25-stunden-karawane
Der Irak will nicht per Bus ins WM-Glück. Weil Teheran die Flugkorridore zum Persischen Golf gesperrt hat, droht dem Nationalteam eine Odyssee über Land – oder der Totalausfall des Playoffs gegen Bolivien.
Arnold verweigert busfahrt, fifa drückt auf 25-stunden-tour
Trainer Graham Arnold hat dem irakischen Verband laut Guardian ausdrücklich verboten, seine Spieler während des laufenden Konflikts auf die Straße zu schicken. Die FIFA hatte vorgeschlagen, per Autokarawane nach Ankara zu tuckern und von dort nach Monterrey umzusteigen – 1.800 Straßenkilometer, drei Grenzen, ein Kriegsschauplatz. Arnolds Antwort: „Kein einziger Spieler verlässt Bagdad mit dem Bus.“
Die Hälfte des Kaders ist in der irakischen Hauptstadt festgenagelt, die andere in den Emiraten. Dort sitzt auch Arnold, weil die VAE den Luftraum ebenfalls teilweise sperren. Resultat: Keiner kommt weg, keiner kommt rein. Botschaften in Bagdad und Dubai haben ihre Visa-Stempel stillgelegt, mexikanische Konsulate bleiben zu. Am 31. März soll in der Estadio BBVA das Ticket für die WM in den USA, Mexiko und Kanada vergeben werden – bislang ohne Gäste.

Die spielpläne werden neu gemacht, die uhren bleiben stehen
FIFA und AFC sind informiert, aber noch nicht handlungsfähig. Die Asien-Zone hat zwei Startplätze im interkontinentalen Playoff, momentan steht nur die Frage, wer überhaupt anreisen darf. Alternativ gäbe es eine Neutralisierung des Spiels, doch dafür bräuchte man einen Veranstalter, der bereit ist, binnen drei Wochen ein Turnier mit irakischer Beteiligung auszurichten – und der sich mit den US-Einreisevorschriften für Spieler aus dem Iran-Konflikt arrangiert.
Die Zeit rinnt. Die Gruppenphase beginnt am 11. Juni. Wer heute nicht fliegt, fliegt vielleicht nie mehr in diesem Sommer. Iraks Verband spricht von „humanitärer Pflicht“, FIFA-Sprecher verweisen auf „force majeure“. Dazwischen hocken 23 Profis, die einfach nur Fußball spielen wollen – und einen Trainer, der ihnen selbst die Straße versagt, weil dort die Kugeln fliegen, nicht die Bälle.
