Vogel greift nach dem em-ticket – und nach den sternen
Heidelberg wird am Sonntag zur Arena der Träume. Emily Vogel steht vor dem Spiel gegen Slowenien nicht nur mit dem Nationaltrikot, sondern auch mit 150 Länderspielen auf dem Buckel in der Mitte des Kreises. Für die 27-Jährige ist das Heimspiel mehr als ein Jubiläum – es ist die Schaltstelle zwischen Silber-Vergangenheit und Gold-Zukunft.
Die Rechnung ist denkbar einfach: Wer gewinnt, fährt zur EM. Verliert Deutschland, wird der Weg nach Polen, Rumänien, Tschechien, Slowakei und Türkei zur Kletterpartie. Nach dem 30:23 in Celje reicht ein Sieg, um das Ticket vorzeitig zu lösen. Vogel lacht das nicht an. „Wir gehen als Favoritinnen in alle Partien“, sagt sie und meint das nicht als Spruch, sondern als Arbeitsauftrag.
Die gedanken sind längst in kattowitz
Die Auslosung für die EM-Endrunde findet am 16. April statt. Doch bevor die Kugeln rollen, muss die DHB-Auswahl in Heidelberg liefern. Vogel, ins All-Star-Team der Heim-WM gewählt, trägt weiter „den Adler voller Stolz auf der Brust“. Das Silber von Dezember war erst der Auftakt. „Ich will noch viele solcher Momente erleben“, sagt sie und schaut dabei nicht auf die Medaillen, sondern auf die Sterne.
Das Team um Vogel hat sich in der Weltspitze eingemietet. Die Qualifikation ist dabei kein Bonus, sondern ein Muss. „Um dann im Optimalfall im Dezember nach den Sternen zu greifen“, formuliert sie den Anspruch. Trainer und Managerin Anja Althaus haben nach dem Abpfiff eine kleine Überraschaft versprochen. Was genau, bleibt offen. Klar ist nur: Die Handballerinnen wollen nicht gefeiert werden, bevor sie nicht wieder gegriffen haben.
10 Jahre Nationalteam klingt nach Karriereende, ist bei Vogel aber erst der Beginn. Die 150 Länderspiele sind keine Zahl, sondern ein Aufschlag. Slowenien ist der nächste Gegner, die EM der nächste Himmel. Und Vogel? Die greift nicht mehr nur nach dem Ball – sie greift nach dem ganzen Universum.
