Vogel explodiert: fürth patzt im kellerduell – „ich muss aufpassen, was ich sage“
Ein Punkt, null Tore, jede Menge Wut. Heiko Vogel stand nach dem 0:0 seiner SpVgg Greuther Fürth in Münster wie ein geladener Blitzschlag vor den Mikrofonen – und zügelte sich nur mit Mühe. „Ich muss aufpassen, was ich sage“, knurrte der 50-Jährige, nachdem sein Team das vermeintliche Freilos gegen Schlusslicht Preußen Münster in ein weiteres Stück Abstiegsangst verwandelt hatte.
Die zweite halbzeit war ein einziger frustlauf
Was Vogel ärgert? Die pure Ideenlosigkeit. Seine Elf wirkte 90 Minuten lang wie ein Auto mit leerem Tank, das nur noch vom eigenen Schwung rollt. Branimir Hrgota und Co. fanden kein Mittel gegen die tiefstehenden Hausherren, erzeugten keine Drehung, keinen Zug, keinen Zwickmühlen-Pass. Die einzige Torchance: ein Standard, den Münsters Keeper ohne Glanz parierte. „Wir haben es nicht verdient, drei Punkte mitzunehmen“, urteilte Vogel – und das war noch diplomatisch.
Der Coach hatte zur Pause umgestellt, die Flügel neu justiert, zusätzliche Breite angeordnet. Was folgte, war nichts. Keine Dribblings, keine Überzahlsituationen, nur ein endloses Hin und Her zwischen den Sechzehnern. „Das habe ich angesprochen, aber es ging nicht weiter“, so Vogel. Die Worte schlugen ins Leere – wie die Hereingaben seiner Außenspieler.

Platzverhältnisse? keine ausrede
Der Preußenparkplatz – ein Acker, der nach Winterpause aussieht und sich unter den Stollen wie ein Kaugummi verhält – wurde kurz zum Sündenbock. Vogel winkte ab: „Da spielen beide Mannschaften drauf.“ Stattdessen schob er dem Gegner sogar das bessere Spiel zugute. Münster hätte kurz vor Schluss sogar gewinnen können, doch der Pfosten und ein verunglückter Fallrückzieher retteten Fürth vor der Blamage.
Die Tabelle lügt nicht: 17. Platz, 29 Spiele, 27 Punkte. Das Kleeblatt steht mit dem Rücken zur Wand, während die Abstiegskonkurrenten punkten. Hätte man in Münster gewonnen, wäre Fürth vorübergehend auf Rang 13 gesprungen – ein kleines Stück Luft. Nun bleibt nur der bittere Gestank eines verschenkten Nachmittags.
Vogel wird am Sonntagabend bei Blickpunkt Sport im BR-Fernsehen Platz nehmen. Die Sendung könnte ein Selbstgespräch werden: Woran lag’s? Warum funktioniert das Spielprinzip nicht? Und wie rettet man eine Saison, die sich immer mehr nach zweiter Liga 2.0 anfühlt? Die Antworten dürften düster ausfallen – vorausgesetzt, er hält sich an sein eigenes Versprechen und spart sich den nächsten Wutausruf.
Fürth hat acht Partien, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Die Aufgabe: mindestens drei Siege und ein Remis – bei einem Restprogramm mit Hannover, Hamburg und Fortuna Düsseldorf. Die Rechnung ist so einfach wie brutal. Vogel weiß: „Wenn wir so weiterspielen, steigen wir ab.“ Punkt. Aus. Ende.
