Cuesta schickt parma gegen napoli mit erweitertem kader ins feuer
Carlos Cuesta kann aufatmen. Kurz vor dem Topspiel gegen Napoli melden Almqvist und Troilo sich einsatzbereit zurück – ein Sechser im Lotto für den Parma-Coach, der nach den Rückschlägen in Turin und gegen Cremonese endlich wieder eine Trendwende einläuten will.
Der fokus liegt auf der platte, nicht auf der tabelle
„Wir wollen jeden Ball, jeden Zweikampf, jeden Meter“, sagte der 38-Jährige gestern im Trainingszentrum Collecchio. Seine Stimme klang rauer als sonst, als hätte er die vergangenen Tage mit Kippen und Kaffee versenkt. Dabei betonte Cuesta, dass er keine Sekunde an der Leistung seiner Spieler zweifelt. „Die Jungs haben gegen Lazio gezeigt, was in ihnen steckt. Jetzt geht’s darum, diese Energie zu konservieren und gegen Napoli zu entfachen.“
Die Personalie Ondrejka bleibt offen. Der Slowake laboriert an einer leichten Oberschenkel-Reizung. „Wir geben ihm bis zum Schluss eine Chance, aber wir werden kein Risiko eingehen“, so Cuesta. Fehlt der Flügelflitzer, rückt vermutlich Valeri in die Startelf – genau der Mann, den Cuesta als „fast schon zu unterschätzten Differenzmacher“ bezeichnet.

Falsche neun? lieber echte mentalität
Die Gerüchte um ein mögliches System mit falscher Neun wischte der Kolumbianer beiseite. „Ich spiele mit elf echten Spielern. Punkt. Ob die Nummer neun dann tief kommt oder ob wir mit zwei Spitzen starten, entscheidet sich nach Gefühl und Gegner.“ Klar ist: Napolis aggressive Pressingreihen um Conte herausfordern jeden Passweg. Cuesta will seine Mannschaft aber nicht einbunkern lassen. „Wir werden die Lücken suchen, die sich zwischen ihre Ketten auftun. Und wenn wir sie finden, müssen wir eiskalt zuschlagen.“
Die Fans forderte er erneut auf, hinter der Mannschaft zu stehen – auch wenn die letzte Heimpleite gegen Cremonese noch nachhallt. „Die Emotionen sind berechtigt. Aber ich spüre, dass die Kurve bereit ist, uns morgen in jedem Sprint mitzutragen. Das kann den Unterschied ausmachen.“
Die Zahlen sprechen für sich: Parma holte aus den letzten fünf Spielen nur vier Punkte. Gegen Napoli wartet seit 2024 noch ein Sieg. Cuesta kennt die Statistik, ignoriert sie aber gekonnt. „Fußball ist kein Excel-Tabellen-Sport. Morgen zählt, wer die Nerven behält – und wer das erste Tor macht.“
Kick-off im Stadio Tardini ist um 20:45 Uhr. Die Karten sind restlos vergriffen. Für Cuesta ein Signal: „Wenn 22 000 Menschen an einem Freitagabend anreisen, um uns zu sehen, haben wir die Pflicht, ihnen ein Spiel zu liefern, an das sie sich erinnern.“
Die Wette steht: Entweder Parma stoppt Napolis Aufwärtstrend – oder die Krise der Crociati verschärft sich. Cuesta hat seine Marschroute gezeichnet. Jetzt liegt es an den Spielern, sie umzusetzen.
