Visp dreht auf, sierre gleicht aus – swiss league kocht vor halbfinal-spannung
Die Playoff-Luft wird dünner, die Nerven blanker. Am Dienstag schickte der EHC Visp den HC La Chaux-de-Fonds erstmals in die Verteidigung, während HC Sierre die Serie gegen EHC Olten wieder in Balance brachte. Die 3:2-Heimsiege bedeuten dasselbe: zwei Mal 2:1 – nur eben mit wechselnden Vorzeichen.
Lurati und fuss lassen visp jubeln, doch die gäste wachsen zusammen
Alessandro Lurati brauchte 240 Sekunden, um die Visper Arena zum Kochen zu bringen. Sein fünfter Playoff-Treffer war zugleich Startschuss für einen Walliser Blitzstart, den Noah Fuss mit dem 2:0 unterstrich. Sekunden vor der zweiten Pause erhöhte der Berner Leihgabenträger gar auf 3:0 – die Scheibe schien gelaufen.
Doch Emil Molin erinnerte daran, warum die Swiss League für ihre Comebacks bekannt ist. Innerhalb von fünf Minuten schraubte er das Ergebnis auf 2:3, schickte Coach Kevin Schlaepfer zum Timeout und ließ 4‘200 Zuschauer erneut zittern. Ohne den bereits 35-fachen Playoff-Scorer hätte La Chaux-de-Fonds die Serie wohl schon abgeschrieben. Jetzt liegt das Momentum wieder offen.

Sierre nutzt heimstärke – olten muss erneut in die lauerstellung
Parallel dazu glich der HC Sierre dank eines 4:2 gegen Olten die Serie aus. Die Berner Oberländer zeigten sich erstmals verwundbar im Bully: 38 % Face-off-Quote, dazu zwei verlorene Reviews in der Schlussphase. Trainer Sean O‘Leary sprach später von „kleinen Bruchstellen, die sich in Playoffs zu Rissen auswachsen“.
Für Olten bedeutet die Niederlage, dass erneut ein Auswärtssieg nötig wäre, um das Heimrecht zurückzuholen. Die Statistik spricht gegen die Solothurner: In den letzten zwölf Duellen in Sierre holten sie gerade einmal zwei Siege.

Die zahlen, die morgen schon geschichte sind
Die Torschützen vom Dienstag stehen mittlerweile bei 23 Playoff-Punkten (Fuss 10, Lurati 9, Molin 8) – ein Polster, das sich in Kürze in Anerkennung oder Frust verwandelt. Denn schon am Donnerstag steht in beiden Serien das vierte Spiel an. Die Restserie ist auf maximal fünf Partien verkürzt, wer jetzt zögert, fliegt – das weiß auch Visp-Captain Pascal Müller: „Wir haben den Gegner wachgeküsst, nicht erschlagen.“
Die Swiss League tickt in Stunden, nicht in Tagen. Und wer am Freitagmorgen aufwacht, könnte bereits zwei Halbfinal-Starter wissen – oder zwei neue Entscheidungsspiele. Die Scheibe liegt wieder auf dem Eis, die Uhr läuft. Punkt.
