Nach 1:6-pleite: atalanta will bayern-rückspiel zur ehrensache machen
3800 Fans, fünf Tore Rückstand, ein Berg aus Wut und Stolz: In Bergamo bereitet Raffaele Palladino seine Atalanta auf das Duell mit dem FC Bayern vor – nicht auf ein Wunder, sondern auf eine Partie, die sich sehen lassen darf.

Palladinos doppelschicht: champions-league-showdown und serie-a-angst
Die Zahlen sind gnadenlos: 1:6 in München, 0:5-Torschützen-Saldo, 180 Minuten zwischen Demütigung und Selbstbestätigung. „Ein Berg, fünf Gipfel hoch“, sagt der Coach, doch statt zu beten, schraubt er an der Moral. Denn am Sonntag wartet bereits das nächste Abenteuer: Verona in Bergamo, Tabellennöte, mögliche Conference-League-Quali. „Als ich kam, standen wir auf Platz 13. Vergessen wir das nicht“, wirft Palladino ein, fast schon trotzig.
Isak Hien sitzt neben ihm, Kinn nach vorn. „Wir werden alles reinwerfen, Maximum ist Minimum“, sagt der Verteidiger und klingt dabei wie ein Schwede, der italienischen Stolz gelernt hat. Drei Tage zuvor hatte Atalanta gegen Inter erhöht, 1:1, ein Lehrstück in Aggressivität. „Die Niederlage in Bergamo hat uns gereift“, erklärt Palladino und meint jene 1:2-Pleite gegen die Nerazzurri, die vor zwei Wochen alle Alarmglocken schrillen ließ.
Jetzt steht die Bayern-Lektur an. Hansi Flicks Team liefert momentant Fußball im Dauerlauf, jedes Training wirkt wie ein Lehrvideo. „Perfekte Partie plus deren schlechter Tag – das Rezept kennen wir“, sagt Palladino mit einem schiefen Grinsen, das mehr Selbstschutz als Taktik ist. Denn wer 1:6 verloren hat, redet nicht von Taktik, sondern von Ehre.
Die Curva Nord wird trotz allem ausverkauft sein, 3800 Stimmen, die nach 90 Minuten vielleicht nur ein Signal senden: Wir waren dabei, als Atalanta wieder auferstand. Ob das reicht? Die Quoten sagen: 3 %. Palladino sagt: „Fußball ist keine Mathe-Stunde.“
Donnerstagabend, 21 Uhr, Europa schaut nach Bergamo – nicht wegen des erwarteten Wunders, sondern weil selbst eine kleine Revanche ein großes Gefühl sein kann. Und am Ende zählt vielleicht nur dies: Wer fällt, der steht auf. Die Bergamo-Boys wollen zeigen, wie schnell das geht.
