Virtus bologna feuert meister-coach ivanovic – nachfolger steht bereit

Dusko Ivanovic muss gehen. Die Virtus Bologna trennt sich mit sofortiger Wirkung von dem Coach, der erst im Sommer 2024 die Scudetto-Mission übernahm. Nachfolger wird Nenad Jakovljevic, bisheriger Assistent und ehemaliger Bundesliga-Profi.

Die Entscheidung fiel in der Nacht zum Donnerstag. Nach der 72:78-Niederlage gegen Brescia am Dienstag rutschte die Segafredo-Arena in die Krise – Tabellenplatz 7, drei Pleiten in Serie, Fans, die „Ivanovic out“ skandierten. Der Vorstand reagierte binnen 48 Stunden.

Was hinter dem rauswurf steckt

Interne Zahmen sprechen eine deutliche Sprache: 8 Siege, 10 Niederlagen in der Liga, defensive Effizienz nur Platz 12 der 16 Teams. „Wir haben die Richtung verloren“, sagt Sportdirektor Alessandro Dalla Salda im Kurzinterview mit Sky Sport Italia. „Dusko gibt alles, aber die Gruppe braucht einen neuen Impuls.“

Ivanovic selbst reagierte mit knappen Worten: „Ich bedanke mich bei Spielern, Staff und Fans. Ich hätte gern den Weg zu Ende gebracht.“ Der 70-jährige Montenegriner hatte in seiner ersten Saison 2024 den Pokal geholt – dowas die EuroCup-Halbfinals und die Serie-A-Play-offs blieben aus.

Nenad Jakovljevic kennt die Kabine. Der 45-Jährige war seit 2022 Co-Trainer, sprielt fließend Italienisch und galt intern schon länger als „Feuerwehrmann“. Sein erster Einsatz: Sonntag im Top-Spiel gegen Olimpia Milano. Mit dabei: die bisherigen Assistants Daniele Parente und Cristian Fedrigo.

Die nächsten wochen entscheiden über die saison

Die nächsten wochen entscheiden über die saison

Die restliche Hauptrunde wird zum Endspiel. Bologna muss mindestens auf Platz 6, um Play-off-Heimrecht zu sichern. Die Kalenderwoche 15 bringt Milano (Auswärts), dann Trento und Venezia – alles Direktkonkurrenten. Verliert Jakovljevic zwei der drei Partien, droht das Aus im Viertelfinale.

Die Fans sind gespalten. Auf Twitter trendet #VirtusRestart, während die Curva Fiesole ankündigt, am Sonntag ein Choreo zu widmen – „an die Mannschaft, nicht an die Geschäftsführung“. Die Kosten für die Trainerablöse belaufen sich laut Medienberichten auf rund 800.000 Euro, ein Betrag, den der Hauptsponsor Segafredo laut Insidern mitträgt.

Die Uhr tickt. In 21 Tagen startet die Play-off-Runde, und Bologna will wieder um den Titel mitreden. Ob Jakovljevic die Wende schafft, entscheidet sich in den nächsten 240 Spielminuten. Die Liga blickt auf Bologna – und Bologna blickt auf einen neuen Mann an der Linie.