Milan: estupiñán im duell mit theo – wer ist der schwächere?

Ein Patzer, der schmerzt: Pervis Estupiñán, der Linksverteidiger des AC Milan, steht nach dem 0:2-Debakel gegen Sassuolo unter besonderer Beobachtung. Während die Taktikanalyse die individuellen Fehler in der Defensivarbeit des Teams aufdeckt, kristallisiert sich heraus, dass Estupiñáns Leistung im Vergleich zu seinem Pendant Theo Hernández Lichtjahne auseinanderliegen.

Die analyse: ein kostspieliger fehler

Die analyse: ein kostspieliger fehler

Emiliano Guadagnoli, unser Redakteur, hat die Bilder der Partie akribisch geprüft. Schon der erste Gegentreffer offenbarte ein gravierendes Problem: Estupiñán stand beim Treffer von Domenico Berardi völlig falsch. Während der Ecuadorianer sich in die Mitte zwängte, blieb die linke Seite schutzlos. Ein fataler Fehltritt, der Sassuolo den Weg zum Tor ebnete.

Die Entscheidung von Trainer Massimiliano Allegri, Estupiñán gegenüber Bartesaghi zu bevorzugen, wirkt im Nachhinein fragwürdig. Denn während Theo Hernández auf der anderen Seite konstant abräumte, spielte Estupiñán sich selbst aus der Partie.

Laurienté hatte den Ball am Strafraum, drei Milan-Verteidiger waren bereits in Schlagdistanz. Statt die Linie zu sichern, zog Estupiñán unnötigerweise in die Mitte, wodurch Berardi freie Bahn zum Schuss hatte. Der Rest ist Geschichte: Ein präziser Linksfußschuss ins lange Eck – 0:1 für Sassuolo.

Die Statistiken lügen nicht: Estupiñán kommt in 13 Spielen von Beginn an auf magere 0,39 Expected Goals (xG) und 1,44 Expected Assists (xA). Ein erschreckend niedriger Wert für einen Spieler, der vom linken Flügel aus agieren soll. Im Vergleich dazu glänzte Theo Hernández in der Vorsaison mit 4,07 xA und 2,66 xG. Er erzielte vier Tore und bereitete drei vor.

Auch die aktuellen Daten gegen Sassuolo sind düster: 3 gescheiterte Flanken, null erfolgreiche Dribblings, neun verlorene Bälle und ein erbeuteter Dribbling. Ein Spiel, das Estupiñán alles andere als gut tat.

Die Transferpolitik des AC Milan muss in diesem Sommer dringend korrigiert werden. Nach den Fehlschlägen mit Emerson Royal und nun Estupiñán ist klar: Die Außenverteidigerpositionen müssen neu besetzt werden. Zwei von zwei Verpflichtungen gingen bisher schief – das kann nicht die Strategie des Vereins sein.

Die Saison ist noch nicht vorbei, aber die Zeichen stehen für Estupiñán schlecht. Es bleibt abzuwarten, ob er noch die Kurve kriegt und das Vertrauen des Trainers zurückgewinnen kann.