Verstappen schmeißt guardian-journalist raus – red-bull-chefs schalten krisenmodus ein

Suzuka – Donnerstag, 14:42 Uhr. Max Verstappen lächelt nicht. Er deutet stattdessen mit flacher Hand zur Tür und sagt nur vier Worte: „You can leave, mate.“ Sekunden später steht Giles Richards, Rennreporter des Guardian, vor verschlossener Medientür. Die Weltmeister-Pressekonferenz läuft weiter, ohne ihn. Red-Bull-Mitarbeiter schlucken sichtbar. Die Social-Media-Kanäle explodieren, Sponsoren schalten sofort auf „Alarm“.

Der funke, der den säureregen zündete

Der funke, der den säureregen zündete

Der Aufreger kochte bereits in Abu Dhabi. Dort hatte Richards den Niederländer nach dem letzten Saunagang 2025 auf den Spain-Crash mit George Russell angesprochen – und laut Verstappen dabei in den Lachkrampf verfallen. Ein Bild, das sich dem 27-Jährigen festbrennte. Drei Monate später, Suzuka-Media-Day. Gleicher Reporter, neue Fragerunde. Verstappen erkennt die Stimme, bricht ab, verweist den Briten raus. „Ich beantworte blöde Fragen gern, aber keine, die mit Häme serviert werden“, sagt er später bei Viaplay.

Red Bull reagiert binnen Stunden. Teamboss Christian Horner spricht mit Verstappen, Sponsoring-Chef mit Richards. „Wir schützen unsere Marke, aber wir schützen auch unsere Werte“, heißt es intern. Die PR-Abteilung erarbeitet einen Eskalations-Kodex: künftig bekommt jeder Journalist vor der Runde eine „Respekt-Kurzbriefing“. Die Formel-1-Hoffnung Antonelli jubelt indes über die Aufmerksamkeit, die sein Quali-Coup nun teilt – mit einem PR-Desaster.

Jos Verstappen, der Vater, winkt ab: „Max hatte einfach genug.“ Doch genug ist in der Königsklasse selten ein guter Ratgeber. Die Liberty Media fordert von Red Bull einen offiziellen Medienworkshop, die FIA schaltet ihre Ethik-Kommission ein. Sponsoren wie Oracle und Bybit liebäugeln laut Branchenkreisen mit Klauseln, die „reputationsgefährdende Aktionen“ künftig mit Boni-Abzug ahnden. Ein Schaden, der weit über Suzukas Asphalt reicht.

Für Verstappen selbst bleibt die Rechnung dennoch offen. Er liegt im Qualifying nur P8 – seine schlechteste Ausgangsposition seit zwei Jahren. Richards’ Artikel im Guardian ist Paywall-Hit Nummer eins, die Kommentarspalte ein Schlachtfeld zwischen „Free Speech“ und „Rassen-Ausgrenzung“. Die FIA will bis Imola ein Konzept gegen „selective access“ vorlegen. Bis dahin steht fest: Ein vierfacher Weltmeister, der Journalisten rauswirft, wird selbst zur Story – und die Marke, die ihn einst als unbeirrbarer Sieger verkaufte, muss nun darlegen, wie viel Unbeirrbarkeit PR-tauglich ist.

Am Ende des Tages liegt Suzuka im Regen. Die Boxenkühlung summt, die LED-Wände flackern. Und irgendwo zwischen den Garagen flüstert ein Red-Bull-PR-Mann: „Wir haben 900 Millionen Dollar Jahresbudget. Einen Reporter versenken kostet zehn Minuten – die Marke retten kostet zehn Wochen.“