Verstappen droht mit ausstieg: „ich hab alles gewonnen, jetzt will ich spaß“
Max Verstappen spricht sich aus, was die Formel 1 seit Monaten schockt: Der viermalige Weltmeister langweilt sich im Cockpit. „Ich mag dieses Auto nicht fahren“, sagte er am Donnerstag in Shanghai. Die Aussage knallt durchs Fahrerlager – und wirft die Frage auf, wie lange der Superstar das neue Reglement noch mitspielt.
Verstappen verhandelt mit fia und formel-1-management
Hinter den Kulissen läuft bereits Gegenfeuer. Der Niederländer bestätigte Gespräche mit der FIA und der Formel-1-Rechtsabteilung. Ziel: Änderungen an den 2026er-Autos, die weniger Aerodynamik-, mehr Fahrer-Einfluss erlauben. „Wir arbeiten daran, dass sich alles verbessert“, so Verstappen. Doch der Zeitplan ist eng. Sollte sich die Show nicht ändert, könnte der 28-Jährige früher als gedacht aufhören. „Ich will nicht mit 40 anderen Sachen ausprobieren, deshalb packe ich das jetzt an“, sagte er mit Blick auf Langstreckenrennen.
Die 24 Stunden Nürburgring stehen fest auf dem Kalender. „Einer der besten Rennen der Welt“, schwärmte er. „In einer GT ist das für mich die perfekte Geschwindigkeit.“ Das Klima dort sei „old-school“, mit weniger Politik und mehr Handschlag statt Powerpoint. Ein Seitenhieb auf die F1-Bühnen, auf denen er seit 2015 steht.
Red bull liegt zurück – und verstappen gibt sich keinen illusionen
Melbourne war ein Debakel: Startbatterie auf 0 %, Graining-Reifen, nur Platz sechs. „Wir hatten null Pace auf die Top-Four“, bilanzierte er. Die Daten sind hart: Im Rennen lag Red Bull im Schnitt 0,7 Sekunden pro Runde hinter Mercedes und Ferrari. Verstappen schätzt, dass selbst eine optimale Woche in China „nicht mehr als fünf“ herauskommt. „Es ist ein Dschungel da draußen.“
Teamchef Christian Horner verspricht Updates, doch Verstappen glaubt nicht an Wunder. „Potenzial ist da, aber wir müssen es erst mal freilegen.“ Solange das nicht gelingt, schielt er Richtung Le Mans, Spa, vielleicht sogar Dakar. „Mein Vater fuhr Langstrecke, das steckt im Blut.“
Die Botschaft ist klar: Erst kommt der Spaß, dann der Titel. Und wenn die Formel 1 nicht liefert, sucht sich der König eben eine neue Arena. Die Uhr tickt – für die Sportchefetagen in Paris und London deutlich lauter als für Verstappen.
