Stuttgart jagt porto-sensation – leweling zündet den turbo
Die MHP-Arena brodelt. Am Donnerstag um 18.45 Uhr empfängt der VfB Stuttgart den FC Porto – und plötzlich ist Europa-League-Rausch wieder erlaubt. Nach der 4:1-Demolierung von Celtic Glasgow wollen die Schwaben den nächsten Schritt Richtung Viertelfinale. Der Gegner heißt Porto, Tabellenführer in Portugal, Europa-League-Dauerbrenner, Selbstvertrauen inklusive.
Warum leweling der schlüssel ist
Trainer Sebastian Hoeneß hat eine Waffe, die kein Porto-Scout richtig einordnen kann: Jamie Leweling. Der 22-Jährige liefert seit Wochen Tore und Vorlagen im Akkord, zuletzt beim 3:0 in Augsburg mit einem Traumtor aus 18 Metern. Seine Balance zwischen Dribbelstärke und Ballsicherheit macht ihn zur Wildcardgegen die aggressiven Gäste. Porto-Linksverteidiger Wendell wird heute Nacht noch Leweling-Videos schauen – und trotzdem keine Lösung finden.
Die Statistik spricht klar: Leweling traf in seinen letzten fünf Pflichtspielen dreimal, legte zweimal auf. Gegen Celtics offene Abwehr schaltete er nach Ballgewinn durchs Mittelfeld in 1,9 Sekunden auf Tor-Modus. Das ist Top-Niveau, gemessen vom kicker-Datenpartner Deltatre.

Portos makel, den keiner sieht
Die Portugiesen kamen in die Europa League, weil sie die Champions-League-Gruppenphase verpassten. In der Liga laufen sie zwar vorne weg, doch in fünf Auswärtsspielen kassierten sie acht Gegentore – bei nur zwei Clean Sheets. Genau dort will Stuttgart ansetzen. Chris Führich und Leweling sollen die Außenbahnen gleich zu Beginn in Overdrive schalten, um Wendell und Manafá früh zu zwingen.
Der Plan: Die Sechser, Atakan Karazor und Angelo Stiller, drücken auf die Doppel-Sechs um Alan Varela. Sobald Porto den Ball verliert, schaltet Stuttgart innerhalb von zwei Aktionen um. Hoeneß nannte das intern Fast-Break 3.0
. Die erste Testphase klappte gegen Augsburg perfekt, 23 Sekunden von Ballgewinn bis Treffer.

Tv-check: so läuft das porto-duell
Free-TV? Geht. RTL und Nitro übertragen ab 18.30 Uhr parallel, Moderation: Laura Papendieck, Experte: Lothar Matthäus. Kommentar: Wolff Fuss. Stream-Kunden schalten RTL+ ein, Spar-Ticker gibts wie immer auf kicker.de. Anpfiff ist 18.45 Uhr, Schiedsrichter Donatas Rumsas aus Litauen, ein Mann, der in dieser Saison 4,2 Gelbe-Karten pro Spiel verteilt – ein Wert, den die aggressive Pressing-Maschine des VfB kennen sollte.
Wer lieber live dabei ist: Restkarten gibt es nur noch im Stehplatzbereich, 39 Euro, dafür aber mit Blick auf die Fan-Kurve, die den Portugiesen den Schweiß auf die Stirn treiben will.

Die rechnung geht nur so auf
Stuttgart muss gewinnen, das weiß auch Kapitain Waldemar Anton. Im Rückspiel am 19. März in Porto wartet ein Hexenkessel, 50.000 Fans, und die Schwaben haben in Portugal noch nie ein European-Cup-Spiel gewonnen. Die einzige Auswärtsfahrt mit Happy-End führte 2008 nach Graz – statistisch kein gutes Omen. Deshalb lautet Mathäus’ Devise vor laufender Kamera: Wenn Stuttgart das Hinspiel nicht gewinnt, ist die Europa League vorbei.
Die Zahlen sind gnadenlos: Teams, die das Heimspiel im Achtelfinale verloren, schafften nur zu 11 Prozent den Einzug. Kein Wunder, dass Hoeneß gestern nach dem Training die Mannschaft in der Kabine noch einmal gezielt ansprach: Wir haben 90 Minuten, um unseren Traum zu wahren.

Mein fazit
Stuttgart steht vor der größten europäischen Nacht seit dem Pokalsieg 1997. Porto ist kein unbesiegbarer Gigant, aber ein gefährlicher. Leweling ist der Joker, der die Bude zum Kochen bringen kann. Gewinnt der VfB, lebt der Traum vom Viertelfinale – und vielleicht vom ersten Titel seit 28 Jahren. Verliert er, wird der Europacup wieder zur hübschen Nebensache. Um 20.30 Uhr wissen wir, ob die Kurve Europa
oder Enttäuschung
schreit.
