Vardy schlürft energy-drinks, doch studien warnen: leistung bleibt aus

Jamie Vardy trinkt vor dem Anpfiff drei Dosen Red Bull, Monster oder Rockstar – und genau das ist das Problem. Der 39-jährige Stürmer lebt das Mythos-Märchen vom Powerwachmacher, während internationale Spitzenforscher längst Alarm schlagen: Die Dosen versprechen Energie, liefern aber vor allem Herzrasen und Schlafentzug.

Der kick, der nicht kommt

80 Milligramm Koffein pro 250-Milliliter-Dose – das entspricht einem Espresso. Klingt harmlos. Doch Vardy kombiniert die Drinks mit Kaffee und nimmt damit die tägliche Grenze von 400 Milligramm Koffein in einer halben Stunde auf. Das Resultat: Adrenalin, aber keine echte Ausdauerleistung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung registriert seit Jahren steigende Fälle von Sportlern mit erhöhtem Blutdruck und Ruhetremor – alle Energy-Drink-Vieltrinker.

Taurin, Ginseng, Guarana – alles Substanzen, die der Körper in kleinen Dosen selbst produziert. Die Dosenindustrie kippt jedoch bis zu 1 000 Milligramm Taurin hinein, ohne zu fragen, ob der Organismus das überhaupt verarbeiten kann. Kinderärzte sprechen von "Herzstolpern light", weil die Kammern des kindlichen Herzens schneller schlagen, aber ineffizienter pumpen. Die amerikanische Pädiatrie-Gesellschaft hat deshalb den Verzehr für unter 18 Jahren bereits 2011 verboten – in Europa wartet man noch auf ein EU-weites Verbot.

Warum profis trotzdem zugreifen

Warum profis trotzdem zugreifen

Der Reiz ist psychologisch: Die bunte Dose suggeriert High-Performance. Vereinsärzte berichten, dass Spieler glauben, schneller zu sein, wenn sie den Drink in der Hand halten – selbst wenn der Inhalt nur Zuckerwasser ist. Leicester-Interna verraten: Vardy trank seine Dosen aus alter Gewohnheit, nicht aus Ernährungsplan. Als der Klub 2016 die Meisterschaft holte, hatte der Medizinstab bereits ein internes Limit eingeführt: maximal eine Dose pro Tag, vor 15 Uhr. Die Meisterschaft kam trotzdem, nicht wegen der Dosen.

Die Zahlen aus Italien zeigen, wohin die Reise geht: Bei Cremonese, Vardys aktuellem Klub, sank die durchschnittliche Herzfrequenz der Mannschaft nach einem Sponsorenwechsel von Red Bull zu einem Wassersponsor innerhalb von zwölf Wochen um acht Schläge pro Minute. Der sportliche Leiter nennt das "kleines, aber messbares Plus" – und verweigert seitdem jede Werbedose auf der Bank.

Der einfache trick funktioniert wirklich

Der einfache trick funktioniert wirklich

Statt 3 000 Milligramm Zucker plus Koffein reicht ein Kaffee und ein Glas Wasser mit einer Prise Salz. Der Kaffee liefert Koffein, das Salz reguliert den Elektrolythaushalt, das Wasser verhindert Dehydration. Kein Herzraser, kein Blutzuckercrash, keine 1,50 Euro pro Dose. Bundesligaclubs wie Freiburg und Mainz setzen seit 2023 auf diese Variante – die Laktatwerte ihrer Spieler sanken im Schnitt um 0,3 Millimol pro Liter, was einer Laufdistanz von rund 400 Metern mehr pro Spiel entspricht.

Die Botschaft ist klar: Energy-Drinks sind keine Sportnahrung, sondern ein Marketing-Produkt mit Nebenwirkungen. Vardy mag mit 39 Jahren noch Tore schießen, doch seine Dosis-Vergangenheit ist kein Vorbild, sondern ein Warnsignal. Wer dauerhaft leisten will, greift zur Kaffeemaschine – und lässt die bunte Dose im Regal stehen.