Van der tuuk bricht den bann: euskaltel-euskadi feiert doppelsieg in albacete

Endlich. Nach vier zweiten Plätzen in sieben Tagen hat Axel van der Tuuk die Saison 2026 für Euskaltel-Euskadi auf Vordermann gebracht. Der Niederländer gewann in Ontur – und schickte seinem Teamkollegen Iker Mintegi gleich mit aufs Podest. 167,8 Kilometer Kopf-an-Kopf-Rennen, 25 Kilometer Solo, ein Doppelschlag, der die gesamte Vorsaison vergessen macht.

Die Strategie war von Anfang an klar: Attacke statt Reaktion. Bereits nach 30 Kilometern hatten sich van der Tuuk und Mintegi in die 20-köpfige Fluchtgruppe geschlichen. Mittendrin statt nur dabei. Doch der eigentliche Plan entlud sich auf den staubigen sterrato-Passagen der Albacete-Provinz. Mit 80 Kilometern noch auf der Uhr zog der Niederländer zwei Mitstreiter mit, Mintegi konterte 40 Kilometer vor dem Ziel – und plötzlich fuhren nur noch zwei Orange-Trikots voraus.

Ein finale, das schon vor dem ziel entschieden war

Die letzten 25 Kilometer waren keine Hexerei, sondern reine Arithmetik. Vier Handbreit Vorsprung wuchsen auf eine Minute, die Minute wurde zu zwei. Hinten rittelte und prittelte das Feld, doch das Duo ließ nichts anbrennen. In der Zielgerade von Ontur streckte van der Tuuk die Faust gen Himmel, Mintegi klatschte ihm die Hand – Bildmaterial, das in den Teambus schon direkt auf die Monitore flimmerte. Doppelsieg, Teamwertung, Sprintwertung, Bergwertung: Alles orange.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: bisher vier zweite Plätze, kein Sieg – und nun ein Erfolg, der alle Statistiken sprengt. 48 Stunden zuvor hatte Jon Agirre in der Terres-l’Ebre noch knapp das Nachsehen, nach Taiwan war Paul Hennequin zweimal Vizemeister geworden. Die Erleichterung im Lager entsprechend groß. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur knapp unter der Marke liegen, sondern gewinnen können“, sagte van der Tuuk, während er sich ein Energy-Gel aus dem Haar wischte. „Diese Dynamik wollen wir jetzt mitnehmen.“

Der nächste block steht schon fest

Der nächste block steht schon fest

Mintegi, der lange mit einer Höhenlagerung auf Teneriffa rechnete, atmete sichtbar auf. „Mein Start war holprig, aber das Blocktraining zahlt sich aus.“ Sportdirektor Jorge Azanza pflichtet bei: „Wir sind kein Team, das auf den Zufall wartet. Wir sind ein Team, das den Zufall erzwingt.“ Und er meint es ernst. Schon in zwei Wochen steht die Vuelta a Murcia an, dann kommt das Etappenrennen in Valencia – beide Events, bei denen Euskaltel erneut angreifen will.

Die Konkurrenz wird gewarnt sein. Denn wer einmal in dieser Form ist, lässt sie nicht so schnell wieder los. Die 25 Kilometer Solo von Ontur waren kein Ausreißer – sie waren eine Ansage. Und die lautet: Orange ist wieder vorne dabei, mit oder ohne sterrato.