Valverde schlägt in der 94. minute ein: wembley verstummt
Fede Valverde schob das Leder ins Netz, als Wembley schon nach Luft schnappte. 94. Minute, Strafstoß, Uruguay auf Augenhöhe – und keiner außer ihm wollte treten.

Die nacht, in der valverde sich selbst erkor
Die Szenerie war klar: Ball am Punkt, Trikot bis zum Körper durchnässt, 80.000 Zuschauer in der Kehle. „Die Stürmer sollten schießen, damit sie Selbstvertrauen tanken“, sagte er hinterher. Doch seine Kollegen schubsten ihn nach vorn. Eine Meute in hellblau, die den Mittelfeldspieler zum Held erkor. Er verwandelte. Jubel. 1:1. Punkt.
Die Zahlen sprechen für sich: Sechs Tore in fünf Pflichtspielen für Real Madrid, ein Hattrick gegen Manchester City in der Champions-League. Doch dieses Tor trägt kein Madrid-Emblem, sondern das der Skyblauen. „Ich spiele, wo der Trainer mich hinstellt“, sagt er. Gespräche mit Álvaro Arbeloa habe es gegeben, „aber Vertrauen ist Trumpf“.
Uruguay feiert den Punktgewinn, Valverde feiert den Moment – und Jude Bellingham, der wegen Verletzung zusah, bekam trotzdem ein Sonderlob: „Er ist ein Klassemann, auf und neben dem Platz.“
Mit diesem Schritt aus elf Metern schickt Valverde eine Botsung Richtung Madrid: Die Form ist da, die Killer-Mentalität auch. Wer ihn links, rechts oder zentral einsetzt, spielt keine Rolle – der Ball landet trotzdem im Kasten.
