Valencia basket krönt sich zur queen: 15-punkte-rücklage weggeschmolzen, pokal geholt
Die Königin trägt jetzt Orange. Valencia Basket hat sich am Sonntagabend in Tarragona mit dem zweiten Pokalsieg binnen zwölf Monaten die Krone wieder aufgesetzt – und das, nachdem das Finale längst als verloren galt. Noch Mitte des dritten Viertels lagen die Taronja 15 Punkte zurück, doch ein 10:0-Run katapultierte sie auf 49:48, und beim 70:65 war Hozono Global Jairis endgültig ohne Antwort.
Alba prieto schien die partie allein zu bestimmen
Die 24-Jährige traf in den ersten zehn Minuten neun ihrer 24 Punkte, verwandelte drei Dreier und ließ Valencia-Coach Rubén Burgos mit 7:13 schon nach fünf Minuten die erste Auszeit rufen. Als Prieto danach auch noch Aina Ayuso fand, war die Murcia-Führung auf 24:9 angewachsen – ein Vorsprung, der normalerweise reicht, um ein Finale zu entscheiden.
Normalerweise. Aber Valencia besitzt mit Raquel Carrera eine Spielerin, die sich von Statistiken nicht beeindrucken lässt. Die Power-Forward aus Ourense startete nach dem Seitenwechsel einen 10:0-Lauf, erzielte acht Punkte in Serie und zerstörte innerhalb von 150 Sekunden die komplette Defensivstruktur der Gegner. „Wir haben gespürt, wie die Energie umgeschlagen ist“, sagte Carrera später, „und dann wollten wir sie einfach nicht mehr hergeben.“

Palau d’esports bebte vor 5.000 fans
Die Band der Valencianer spielte sich in ein Trommelfeuer, das selbst die katalanischen Neutralen mitriss. Die Entscheidung fiel 50 Sekunden vor Schluss, als Aina Ayuso aus der Ecke den möglichen Anschlusstreffer versenkte – aber der Ball herausrollte. Nia Coffey konterte sofort mit einem Dreier, 67:62, und verwandelte anschließend zwei Freiwürfe zum 70:65-Endstand.
Für Hozono Global Jairis bleibt die Erkenntnis, dass ein heißer Start ohne Nachhaltigkeit nichts zählt. Trainer Bernat Canut schickte nach dem 27:12-Debakel im dritten Viertel noch drei Time-outs, doch Valencia ließ nur noch fünf Punkte zu. Die Taronja verteidigten mit Switch-Prinzip, zwangen Murcia zu 38 % Feldwurfquote und holten sich 13 offensive Rebounds – mehr Ballbesitz geht nicht.
Die Zahlen sprechen für sich: Valencia warf nur 30 % von draußen, lag aber dennoch nie im Nachtreten, weil 22 zweite Chancen und 17 Freiwürfe die schlechte Trefferquote kompensierten. Khaalia Hillsman dominierte unter den Körben mit 12 Rebounds, Elena Buenavida ergatterte ein 2+1, das Social-Media-Manager sofort als „Play-of-the-Night“ kürten.

Orange dominiert die liga
Mit dem zweiten Pokal innerhalb von zwölf Monaten setzt Valencia Basket ein Ausrufezeichen in einer Saison, in der Liga-Chef Carmen Menéndez bereits von „neuer Dominanz“ spricht. Der Club investierte 1,3 Millionen Euro in Kader und Analytics, holte sich Carrera und Coffey als Import- Duo und baut auf eigene Talente wie die 20-jährige Txell Alarcón. Das Ergebnis: fünf Finalteilnahmen in den letzten sechs Jahren.
Für Murcia bleibt die Trauer, aber auch die Erkenntnis, dass der erste Pokalfinal überhaupt nicht das Ende, sondern erst der Anfang ist. „Wir haben gelernt, dass man gegen Valencia 40 Minuten Vollgas braucht, nicht nur 20“, sagte Alba Prieto mit Blick auf die ausgebliebene Siegerehrung. Die Königin trägt weiter Orange – und wird sich bis zum Saisonende schwer absetzen lassen.
