Usa zertrümmert kanada mit 6:2 und krönt sich zum fünften mal in folge zum paralympics-könig
Mailand – Die Nacht gehörte wieder ihnen. Vor 11.500 schreienden Fans in der Arena Santagiulia schoss die US-Sledge-Nationalmannschaft Kanada mit 6:2 aus dem Eis und vollendete das amerikanische Triple: nach Olympia-Gold der Frauen und Männer jetzt auch der Para-Eishockey-Thron. Fünfter Triumph nacheinander – das Team um Kapitän Jack WallaceschreibtGeschichte, während Kanada erneut den Silberrang akzeptieren muss.
Wallace trifft dreimal, farmer und roybal besiegeln den sieg
Die Anfangsphase war ein Geduldsspiel. Kanada stellte die Scheibe hinten auf, die USA pressten, aber die erste Großchance hatte Liam Hickey – knapp vorbei. Dann schlug der Favorit in der neunten Minute zu: Wallace nagelte den Rebound zur 1:0-Führung. Die Kanadier antworteten mit Hickeys Ausgleich (17.), doch Kayden Beasley schoss in der 22. Minute die erneute US-Führung. Noch vor der zweiten Pause legte Wallace nach – 3:1.
Das Publikum tobte, die Drums der Cheerleader drohnten durch die Halle. Kanadas Coach Troy Lindner nahm seine Auszeit, wechselte den Torhüter, doch das Tempo blieb amerikanisch. Kurz nach Wiederbeginn traf Hickey erneut, aber nur 49 Sekunden später schraubte Wallace das 4:2 auf die Anzeige – Hattrick komplett. Die Mauer war gebrochen. Declan Farmer und Brody Roybal setzten in der 42. Minute den Schlusspunkt. 6:2 – Endstand, Gold, Party.

Rekordkulisse und deutsche enttäuschung
Die Zahl 11.500 ist kein Druckfehler. Nie zuvor sahen so viele Zuschauer ein Paralympics-Eishockey-Finale. Die italienische Organisation hatte Sitzkarten auf dem Eis verkauft, die US-Fans reisten in Chartermaschinen an, und selbst kanadische Anhänger akzeptierten Mondpreise für Flüge nach Mailand. Die Atmosphäre erinnerte an ein NHL-Playoff – nur lauter.
Während die Stars die Scheibe feiernd in die Luft warfen, verließen die deutschen Cracks still die Arena. Platz sechs, das interne Ziel „mindestens fünf“ verpasst. Eine knappe 0:1-Niederlage gegen China im Viertelfinale steckte noch im Magen. Bundestrainer Christian Jaster sprach von „kleinen, aber teuren Lücken“, Kapitän Frank Rennhack klang trotzdem kämpferisch: „Wir kommen zurück, das ist ein junges Team.“
Für die USA ist der Triumph nur ein Zwischenschritt. Schon am Flughafen Malpensa kursierten Plakate mit der Aufschrift „Road to 2026 – auf nach Milano-Cortina“. Dort will das Sledge-Team dann das sechste Gold holen. Die Jagd läuft weiter – und der Rest der Welt schaut wieder zu, wie weit der Vorsprung noch wachsen kann.
