Unveröffentlichte bilder zeigen daums büro: straten trifft carro

Ein Raum voller Erinnerungen, ein Besucher mit Tränen in den Augen: Walter M. Straten betrat das ehemalige Büro von Christoph Daum und fand nicht nur Akten, sondern den Geist eines Freunds.

Fernando carro wartete bereits im leverkusener headquarter

Fernando carro wartete bereits im leverkusener headquarter

Die Kameras liefen still, als Straten am 8. März durch die Flure schritt. Kein Reportergelände, keine Mikrofone – nur der Bayer-Boss und ein Haufen Papier, das Daum einst sortiert hatte. Carro, sonst in Q&A-Modus, schwieg fünf Sekunden. Dann: „Er hat hier Taktiken skizziert, mit denen wir Europacup-Gegner zerlegt haben.“

Die Aufnahmen, die BILD Sport exklusiv vorhält, zeigen Regale voller Ordner, ein vergilbtes Spielanalyse-Board und einen Kaffeebecher mit dem Aufdruck „Nie aufgeben“. Straten packt ihn aus, dreht ihn zweimal in der Hand. „Christoph hat aus diesem Becher getrunken, als wir 2002 die Meisterschaft verpassten – und trotzdem weitermachte.“

Die Szene dauert 73 Sekunden. Genug, um eine Karriere zusammenzufassen: 387 Bundesliga-Spiele als Coach, 181 Siege, zwei DFB-Pokal-Triumphe, ein Schicksal, das mit Kokain-Vorwürfen riss und mit einer Legende endete. Carro sagt, Leverkusen werde das Büro nicht räumen. „Es bleibt, wie es ist – ein Archiv lebendiger Fußballgeschichte.“

Straten nimmt einen Zettel mit: eine handschriftliche Notiz Daums für ein 4-4-2 mit Kreuzen und Pfeilen. „Ich bringe das seiner Familie“, flüstert er. Die Kamera fährt raus, das Licht bleibt an. Das 70-jährige Büro atht weiter – ohne seinen Chef, nicht ohne seine Wirkung.