Carro wagt meister-attacke: leverkusen will bayern vom thron stoßen
Im stillen Kämmerlein von Christoph Daum flüstert Fernando Carro ein Machtwort aus. „Wir wollen den FC Bayern angreifen“, sagt der Bayer Leverkusen-CEO in der BILD und trägt damit die Meister-Sehnsucht direkt ins Herz von Bayerns Festung.

Warum diese ansage jetzt fahrt aufnimmt
Carro spricht aus, was in der BayArena seit der Vize-Meisterschaft 2023 schwelt: der Glaube, dass die Werkself reif ist für die Krone. Mit Xabi Alonso am Trainerrad, mit Florian Wirtz als Spielmacher und mit einer Transferstrategie, die endlich Tiefe statt Tand liefert, sieht der Klub-Chef das Machtverhältnis in der Bundesliga neu verhandelbar. Die Zahlen unterstreichen seine Kühnheit: Leverkusen lag in dieser Saison länger an der Spitze als in den vergangenen zwölf Jahren zusammen.
Doch dahinter steckt mehr als Sommermärchen. Carro hat die Gehaltsstruktur entflochten, Altlasten wie Amiri und Azmoun abgestreift und die Kaderplanung auf drei Jahre ausgedehnt. Er weiß: Wer Bayern beklopfen will, muss länger denken als bis Weihnachten.
Der FC Bayern reagiert gelassen. „Leverkusen hat Potenzial, aber wir haben Anspruch“, zitiert der Münchner Vorstand einen internen Leitsatz. Trotzdem: In der Sabener Straße nahm man Carros Worte zur Kenntnis, weil sie nicht aus der Motivationskiste stammen, sondern aus einer nüchternen Analyse der Kräfteverhältnisse.
Daum würde applaudiert haben. Der verstorbene Meistertrainer hielt Leverkusen immer für einen latenten Titelträumer, nur einen Mangel an „rücksichtsloser Konsequenz“ vor. Carro will genau diese Lücke schließen – mit Daten, mit Geld und mit dem Mut, den Rekordmeister beim Wort zu nehmen.
Am 34. Spieltag wird sich zeigen, ob Carros Ankündigung Propaganda oder Programm war. Bis dahin tickt nicht nur die Uhr für Bayern, sondern auch für Leverkusen. Denn wer einmal offen von der Meisterschaft träumt, kann sich keinen Patzer mehr leisten. Die Saison ist längst zu Ende, bevor sie endet.
