Mattia lorenzo schlägt im casino von sanremo zu – der 16-jährige boxer aus dem hause berlusconi

Ein Teenager, ein Ring, ein Name, der durch die Lombardei hallt. Mattia Lorenzo, 16 Jahre, Enkel von Silvio Berlusconi, ließ im Glanz des San-Remo-Casinos die Fäuste sprechen – und siebenhundert Zuschauer verstummten, als der Unparteiische die Hand des jungen Azzurro nach zehn ganzkörperigen Minuten in die Höhe riss.

Der neue berlusconi trägt keine krawatte, sondern boxhandschuhe

Sein Gegner: Tirdeus Kasemi, ein 17-jähriger Tuskaner mit albanischen Wurzeln, bislang ohne Niederlage in der Regionalserie. Was folgte, war kein Promi-Schaukampf, sondern ein Lehrstück über Distanz und Nadelstiche. Lorenzo ging mit 30:27 Punkten als Sieger – drei Mal die Drei, sauber, ohne Makel.

Piersilvio Berlusconi stand hinter den Ringseilen, die Krawatte locker, die Faust geballt. Neben ihm: eine Jugendliche in Kapuzen-Pullover, die Presseagenturen nur als „Freundin“ listen. Sie habe die Garderobe gemieden, berichten Augenzeugen, stattdessen die letzte Runde von der Feuerwehr-Tür aus mitverfolgt.

Die bilanz nach drei profi-kämpfen: drei siege, zwei vorzeitig

Die bilanz nach drei profi-kämpfen: drei siege, zwei vorzeitig

Der erste vorzeitige Sieg datiert auf den 21. Dezember 2025 in Savona, als Simone Farinelli nach einer Nasenblutung nicht mehr aus der Ecke kam. Der zweite folgte Ende Februar in Genua, wieder ein Abbruch, diesmal in Runde zwei. Lorenzo boxt im 55-kg-Limit der U17, trainiert bei der AS Boxing Tradate, einer Schmiede, die sonst eher Arbeiterkinder zu Meisterschaften führt.

Die Frage, die in den Gängen des Casinos kursiert: Wer zahlt den Flug, wer bucht den Ring? Antwort: Die Veranstalter wollten ein „Jungtalent-Event“ und baten den Verband um einen Namen, der auch außerhalb der Halle zieht. Lorenzo war bereit, das Ticket nach Ligurien buchte die Familie selbst.

Im Umkleidekabärtchen hängt ein Zettel: „Non gridare, lavora.“ – „Schreie nicht, arbeite.“ Das Motto stammt von seinem Großvater, sagt Trainer Marco Di Fresco. „Er kommt freitags vorbei, schaut den Jungs zu, redet mit ihnen über Disziplin. Dann verschwindet er wieder, ohne Foto, ohne Selfie.“

Italiens amateurbox-verband plant ein internationales turnier – und lorenzo steht ganz oben auf der liste

Italiens amateurbox-verband plant ein internationales turnier – und lorenzo steht ganz oben auf der liste

Die nächste Station ist Zagreb im Mai. Dort will der 16-Jährige gegen den Kroaten Luka Vukovic antreten, einen Europacup-Dritten. Sollte er gewinnen, rückt die Junioren-WM in Santiago de Chile ins Visier. Voraussetzung: ein Platz unter den ersten vier des Rankings. Derzeit liegt er auf Rang sieben – mit nur drei Begegnungen im Rücken eine bemerkenswerte Ausgangsposition.

Die Berlusconi-Dynastie hat neue Farben. Nicht mehr nur Medien und Immobilien, sondern auch Schweißgeruch und Ringglocken. Mattia Lorenzo trägt den Nachnamen wie Handschuhe: eng, geprüft, bereit für den nächsten Hieb. Wenn er in Sanremo die Fäuste senkte, war nicht nur ein Gegner besiegt – es war auch ein Vorsprung in einer Karriere, die gerade erst beginnt, aber schon jetzt das italienische Boxen in Aufruhr versetzt.