Ambri kämpft sich mit müller-rauswurf am seidenen faden
Die Nerven liegen blank im Gottardo. HC Ambri-Piotta führt 3:1 gegen Bern, doch die Rettung rückt nur ein paar Meter näher – und das mit einem Mann weniger auf der Bank.

Miles müller fliegt, die uhr tickt
Isacco Dotti, André Heim und Michael Joly hatten die Leventiner nach 45 Minuten auf Kurs Richtung Tabellenplatz zwölf geschossen. Dann kam der 53. Minute die Szene, die alles auf Null stellen kann: Müller stemmt Joel Vermin mit dem Knie gegen dessen Knie – fünf Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Der 21-Jährige schlurfte mit gesenktem Kopf in die Kabine, die restliche Spielzeit verbrachte Ambri in Unterzahl.
Die Gottardo Arena kochte vorher. Jetzt zittert sie. Die Berner drängen, der Zwölfte Rang – die letzte Rettungsinsel vor dem Play-out-Grauen – ist noch 120 Sekunden her. Die Schlussphase wird zum Zerreißtest für Körper und Köpfe.
Trainer Luca Cereda stellte die Reihen um, schickte die Box-Play-Formation erneut aufs Eis. Bern wirft alles nach vorn, Goalie Robert Mayer kassiert trotzdem keinen zweiten Treffer mehr. Die Uhr läuft. Noch 59 Sekunden. Noch 38. Noch 17.
Endstand 3:2. Die Mannschaft bricht nicht zusammen, aber die Luft ist raus. Zwei Partien bleiben, der Vorsprung auf Sitten beträgt zwei Punkte. Die Mathematik ist gnadenlos: Schon ein Unentschieden im nächsten Duell gegen Langnau kann reichen – oder die Saison endgültig in den Abstiegsmodus schicken.
Die Jungs vom Gotthard haben sich selbst ein Bein gestellt. Ob sie noch rennen können, entscheidet sich am Freitag. Dann steigt in der gleichen Arena das nächste Endspiel. Kein Trainingsspiel, kein Test – nur noch reines Überleben.
