Heidenheim kapituliert schon vor dem hoffenheim-spiel: schmidt sagt die wahrheit

Am Samstag rollt der Ball, doch Frank Schmidt hat die Rechnung schon gemacht: 1. FC Heidenheim braucht kein Wunder, sondern zwei – und selbst das reicht vermutlich nicht mehr. Vor dem Heimspiel gegen TSG Hoffenheim (15.30 Uhr/Sky) sprach der Trainer mit der Gelassenheit eines Mannes, der die Abstiegsfahrt nicht mehr bremsen kann.

„Ein wunder reicht nicht“ – schmidt zieht die reißleine

Acht Punkte fehlen auf den Relegationsplatz, drei Spiele sind noch zu spielen. Schmidt formulierte das, was andere nur denken: „Ich war bei vollem Bewusstsein.“ Nach dem 0:2 in Bremen hatte er den Klassenverbleib schon beerdigt, nun bestätigte er die Todesnachricht. Kein Tamtam, keine Rettungsversuche – nur nüchterne Mathematik.

Die Lage verschärfte der Gegner selbst: Hoffenheim verlor zuletzt zuhause gegen St. Pauli und schob Heidenheim tiefer in den Keller. Schmidt verweigert sich der Selbsttäuschung: „Soll ich sagen, es ist eine hervorragende Situation? Dann hätte ich gelogen.“ Dennoch: „Den Optimismus lassen wir uns nicht nehmen.“ Klingt nach Routine, nicht nach Glauben.

Krankmeldungen statt aufbäumen

Krankmeldungen statt aufbäumen

Die Liste der Ausfälle liest sich wie ein Verletzungs-Katalog: Arijon Ibrahimovic, Tim Siersleben, Nick Rothweiler – allesamt erkrankt. Dazu Leonidas Stergiou, der Neuzugang mit dem wiederholten Muskelfaserriss. Schmidt spricht es aus: „Leider wiederholt.“ Die personelle Lücke frisst die letzte Luft.

Am Samstag wird also nicht um den Klassenerhalt gespielt, sondern um die Würde. Schmidt wird an der Linie stehen, wie er das seit 2008 tut – länger als jeder andere aktive Bundesliga-Trainer. Vielleicht ist das Spiel schon der erste Akt seiner Abschiedstournee, vielleicht nur die letzte Ehrenrunde. Die Tabelle lügt nicht, und Schmidt lügt über die Tabelle nicht.