Unterhachings offensive stockt: der aufstiegs-traum schwankt
Ein Treffer reichte, um die SpVgg Unterhaching aus dem Tritt zu bringen. Das 0:1 in Ansbach war mehr als ein Ausrutscher – es war die brutale Zuspitzung eines Problems, das sich seit Wochen in der Bender-Elf festfrisst: Die Offensive stottert, die Tore bleiben aus, der Traum von der Aufstiegsrunde wackelt.
Was vor Wochen noch wie ein sicheres Manöver aussah, entpuppt sich zusehends als Kraftakt. Die Hachinger Defensive steht, das steht fest. Manuel Stiefler, Alexander Winkler und Markus Schwabl – drei Ü-30-Routiniers mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren – bilden ein Bollwerk, das in fünf Spielen nur ein Gegentor kassierte. „Wir sichern uns gegenseitig ab, das sind Mechanismen, die greifen“, sagt Winkler. Doch hinten dicht, vorne leer – das reicht nicht.
Die ladehemmung der offensivmotoren
Die Zahlen sind laut, weil sie so leise sind. Simon Skarlatidis, einst Dauerläufer und Standard-Zauberer, steht seit Wochen auf 10 Treffer und ist seit dem Winterpause-Tick stillgelegt. Jorden Aigboje, neun Saisontore, saß zuletzt meist draußen und flog in Ansbach sogar mit Rot vom Platz. Die jungen Kanonen Cornelius Pfeiffer und Tim Hannemann schaffen es nicht, die Lücke zu füllen. „Wir haben zu oft drüber geschossen“, sagt Winkler. Das klingt nach einer Fußnote, ist in Wahrheit die Kernaussage.
Trainer Sven Bender versucht es mit Geduld, doch die Tabelle wartet nicht. Neun Spiele sind noch zu spielen, darunter mindestens vier Gegner, die sich tief einmauern werden. „Man muss geduldiger spielen und warten, bis man Lösungen findet“, fordert Bender. Die Lösung aber heißt Tore schießen – und genau das gelingt aktuell nicht.

Der dfb-bescheid als schatten
Neben dem grünen Rasen schwebt ein zweiter Gegner über dem Sportpark: der DFB. Die Lizenz für die 3. Liga steht noch unter Vorbehalt. Der Bescheid soll im April kommen, könnte die Saisonplanung aber schon jetzt durchkreuzen. „Ich bin zwiegespalten“, sagt Stiefler, der 2023 schon einmal mit Unterhaching in die Aufstiegsreise startete. Damals ging es nach Cottbus, diesmal winkt vielleicht Würzburg. Doch ohne klare Perspektive droht die Motivation zu bröckeln.
Die SpVgg steht auf dem Rasen, aber sie steht auch auf dem Prüfstand. Die Defensive hält die Elf in der Spur, die Offensive muss endlich liefern. Sonst bleibt aus dem Aufstiegsrennen nur ein erinnerungswürdiger Sprint ins Leere – und ein Sommer voller Fragen.
