Union berlin verpasst historischen sieg in wolfsburg mit 3:3 – überzahl reicht nicht
Union Berlin war einen Schritt vom Mythos entfernt. Mit 3:1 in Überzahl beim VfL Wolfsburg, zehn Minuten Nachspielzeit – und trotzdem nur ein Punkt. Das 3:3 in der Frauen-Bundesliga schmeckt wie eine Niederlage.
Die berlinerinnen lagen zweimal vorn und scheiterten am späten wolfsburger comeback
Hannah Eurlings traf nach einem Patzer der VfL-Defensive zum 1:0 (43.), Janina Minge antwortete mit einem Traumtor aus 20 Metern noch vor der Pause (45.+1). Doch Union kam zurück – und wie. Camilla Küver bugsierte einen Rückpass ins eigene Tor (62.), Jenny Hipp köpfte eine Ecke zum 3:1 (78.). Die Köpenicker jubelten schon, dann schlug der Zweite der Liga zurück. Küver traf erneut (84.), Judit Pujols erlöste die Gastgeber in der fünften Minute der Nachspielzeit.
Die Zahlen lügen nicht: 28 Punkte aus 22 Spielen, Platz acht – bester Aufsteiger. Doch die Stimmung im Block war gedämpft. Trainerin Ailien Poese stand mit verschränkten Armen am Spielfeldrand, als hätte sie den Knockout kommen sehen. „Wir haben 80 Minuten alles richtig gemacht“, sagte sie, ohne den Blick vom Rasen zu nehmen. Dann schwieg sie.

Die szene, die alles hätte ändern können
Die 87. Minute: Stina Johannes foult Nele Bauereisen vor dem Strafraum – Rot. Union in Überzahl, 3:1. Die Wolfsburger warfen aber nicht auf, sie warfen um sich. Die Hereingaben prasselten wie Hagel auf den Berliner Strafraum, bis Pujols den letzten Kopfball versenkte. Die Uhr hatte längst 90.+10 stehen.
Union ist nun seit fünf Partien ungeschlagen. Das klingt nach Form, fühlt sich nach Frust an. Denn wer beim Meisterschaftskandidaten zweimal zweitore führt, der darf drei Punkte einfordern. Die Berlinerinnen verlassen Niedersachsen mit dem Gefühl, eine Chance vertan zu haben, die in dieser Saison nicht wiederkommt.
Die Tabelle lügt nie. Aber sie erzählt auch nicht, wie laut das Metall war, als Pujols traf – und wie laut das Schweigen danach war.
