Undav-debatte eskaliert: nagelsmanns kritik löst heftige kontroverse aus
Die Aufregung um Deniz Undav im deutschen Nationalteam erreicht neue Höhen. Nach verpassten Chancen und öffentlich geäußerter Kritik am Stürmer von VfB Stuttgart schießen nun ehemalige Nationalspieler wie Stefan Effenberg und Markus Babbel scharf gegen Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Effenbergs deutliche worte: „total irritierend“
Die jüngsten Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana haben die Diskussion um die Rolle von Deniz Undav neu entfacht. Stefan Effenberg, der im Sport1-Doppelpass zu Gast war, hält Nagelsmanns Umgang mit dem Top-Stürmer der Bundesliga für „total irritierend und auch nicht nachvollziehbar“. Er argumentiert, dass Undav, angesichts seiner herausragenden Quote von 36 Toren bei 39 Spielen und seiner Position als bester Bundesliga-Torjäger hinter Harry Kane, in der Startelf stehen sollte. „Nach dem Leistungsprinzip müsste er eigentlich gesetzt sein!“, betonte Effenberg.
Besonders unlogisch findet der ehemalige Weltmeister auch Nagelsmanns Entscheidung, Kai Havertz trotz seiner Verletzungspause Spielpraxis zu ermöglichen. „Dafür ist die Nationalmannschaft nicht da. Da sollte man die Besten spielen lassen, die ihre Form haben und ihre Leistungen bringen – nicht Spieler, die nach einer Verletzung langsam wieder in Tritt kommen müssen“, so Effenberg scharf. Auch der Einsatz von Niclas Füllkrug, um ihm Selbstvertrauen zu geben, wird kritisiert: „Wenn du einen Spieler aufstellst, damit er Selbstvertrauen gewinnen kann, dann bitte im Verein und nicht in der Nationalmannschaft.“
Auch Markus Babbel schloss sich Effenbergs Kritik an. Er bezeichnete Nagelsmanns Verhalten als „ein absolutes Novum“, da er noch nie einen Bundestrainer erlebt habe, der über seine eigenen Spieler so abfällig spreche. „Das ist für mich irritierend. So spricht man nicht über Spieler im eigenen Team – das gehört hinter verschlossene Türen“, so Babbel. Er befürchtet sogar, dass Undav aufgrund der öffentlichen Kritik nicht zur WM reisen wird.

Undavs reaktion: „die sache ist durch“
Deniz Undav selbst versucht, die Debatte herunterzuspielen. Nach dem 0:2 gegen Borussia Dortmund erklärte er gegenüber Sky: „Ich will gar nicht so auf das Thema eingehen. Ich habe mit dem Bundestrainer geredet. Die Sache ist durch, es ist alles gut zwischen uns.“ Er wolle nicht öffentlich darüber sprechen, was genau besprochen wurde.
Die Frage, die sich nun stellt: Kann Julian Nagelsmann die Gemüter beruhigen und die Leistungsträger wie Undav in den kommenden Spielen stärker einbinden? Oder wird die Kontroverse die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft weiter überschatten?
