Undav erneut auf joker-pflicht: nagelsmann hält stürmer auf der bank

Die WM-Hoffnungen von Deniz Undav müssen sich vorerst wieder auf die Bank konzentrieren. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt im entscheidenden Gruppenspiel gegen Ecuador auf eine bewährte, wenn auch nicht ganz überraschende Aufstellung, in der der Stürmerstar des VfB Stuttgart erneut als Joker fungieren muss.

Eine frage der taktischen ausrichtung – oder doch mehr?

Eine frage der taktischen ausrichtung – oder doch mehr?

Während viele Fans und Experten damit gerechnet hatten, dass Undav nach seinen blitzartigen Auftritten gegen Curaçao und die Elfenbeinküste endlich von Beginn an in der Startelf stehen würde, entschied sich Nagelsmann für Kontinuität. Die Aufstellung mit Neuer im Tor, Kimmich, Tah und Rüdiger in der Abwehr sowie Raum auf der linken Seite, lässt wenig Raum für Überraschungen. Im Mittelfeld vertrauen die Verantwortlichen auf Pavlovic und Nmecha, unterstützt von Sané, Musiala und Wirtz. Vorne agiert Havertz – Undav muss warten.

Die Personalsituation zwang Nagelsmann zwar zu zwei Veränderungen im Vergleich zum letzten Spiel: Schlotterbeck und Brown fallen verletzungsbedingt aus, sodass Rüdiger und Raum in die Anfangsformation rücken. Doch die Entscheidung, Undav nicht von Beginn an einzusetzen, wirft Fragen auf. Seine bisherigen Leistungen als Joker waren beeindruckend: Drei Tore und zwei Vorlagen in lediglich 58 Minuten Spielzeit sprechen für sich. Auch seine Teilnahme an der Abschlusspresskonferenz hatte viele Fans in der Hoffnung auf einen Startelfeinsatz erregt.

Nagelsmann betonte im Vorfeld, dass die Entscheidung nach reiflicher Überlegung getroffen wurde. „Es ist die berechtigteste Frage von allen, ob wir wechseln oder nicht“, so der Bundestrainer. Er verwies auf die Notwendigkeit, die Mannschaft vor dem Turnier bestmöglich einzuspielen und betonte, dass dies auch für Spieler wie Undav gilt, die eine „herausragende Joker-Rolle“ spielen können. Doch die Frage bleibt: Ist diese taktische Notwendigkeit wirklich so dringlich, wenn ein Spieler wie Undav in der Lage ist, in kürzester Zeit spielentscheidende Akzente zu setzen?

Die Aufgabe für Undav ist nun klar: Er muss erneut beweisen, dass er der perfekte „Superjoker“ ist und seine Chance in den verbleibenden Minuten nutzen, um das Spiel zu beeinflussen. Ob er damit Nagelsmann von seiner Einsatzbereitschaft überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Leistung von Undav gegen Ecuador wird genau unter die Lupe genommen. Denn seine Rolle könnte entscheidend für den weiteren Verlauf der WM sein.