Kontroverse szene im wm-spiel: war pavlovics aktion regelwidrig?

Die deutsche Nationalmannschaft feierte einen knappen Sieg gegen Ecuador, doch der schnelle Führungstreffer von Leroy Sané (2.) warf lange Schatten. Ein fragwürdiges Foul von Aleksandar Pavlovic im Vorfeld ließ die Diskussionen um die richtige Entscheidung von Schiedsrichterin Tori Penso toben – und die Frage, ob der VAR hätte eingreifen müssen.

Ein bein zu hoch: war der treffer legitim?

Ein bein zu hoch: war der treffer legitim?

Die Szene spielte sich in der Nähe des gegnerischen Strafraums ab. Nach einem Einwurf von David Raum verarbeitete Pavlovic den Ball mit der Brust, lupfte den Ball dann aber mit dem Bein über den ecuadorianischen Gegenspieler Pedro Vite – wobei er ihn unglücklicherweise am Kopf traf. Florian Wirtz wurde anschließend freigespielt, legte quer und Sané schoss Deutschland in Führung. Die Bilder waren eindeutig: Kontakt am Kopf des Gegenspielers.

Lutz Wagner, ARD-Schiedsrichterexperte, zeigte sich überrascht, dass der Treffer nach Überprüfung der TV-Bilder Bestand hatte. „Pensos Entscheidung war mutig“, kommentierte der ehemalige Bundesliga-Referee. Die Frage ist, ob ein solches Foul im Strafraum, auch wenn unabsichtlich, einen Elfmeter hätte nach sich ziehen müssen. Die Ecuadorianer protestierten lautstark, doch der Video-Schiedsrichter zögerte und ließ den Treffer stehen.

Schweinsteiger: „Da hatten wir sehr viel Glück.“ Die Worte des ehemaligen Nationalspielers unterstreichen die Brisanz der Situation. Pavlovic traf Vite mit seinem Fuß in einer Höhe, in der eigentlich der Kopf des Gegenspielers erwartet wird. Der Kontakt war unbestreitbar. Ex-Schiri Wagner ergänzte: „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn dieses Tor zurückgenommen wird.“

Die Entscheidung wirft ein schlechtes Licht auf die Konsistenz der VAR-Arbeit. Es bleibt abzuwarten, ob solche Szenen in den kommenden Spielen anders bewertet werden. Die deutsche Mannschaft hat zwar gewonnen, doch der bittere Beigeschmack bleibt. Und die Frage nach der Fairness des Spiels schwebt weiterhin über der WM.