Kälteschock statt frühlingserwachen: schnee bis 600 meter
Mailand erwacht unter einer dünnen Eisglocke. Statt milder Sonne schickt ein Balkan-Tief am ersten Frühlingswochenende Regengüsse und Schnee bis in die Vororte. Wer sich auf T-Shirts und Biergärten freute, muss jetzt Winterjacken hervorkramen – und das ausgerechnet, als die Fußballfelder wieder Saisonstart planen.
Der samstag startet harmlos, endet im nieselchaos
Am Freitagabend liegt noch Hochdruck über weiten Teilen Italiens, doch die Ruhe trügt. In der Nacht auf Samstag rutscht ein Kaltlufttopf von Slowenien herunter, trifft auf die Alpen und lässt die Schneefallgrenze auf 800 Meter sinken. Carnia und Friaul bekommen den ersten Schlag ab, bis Mittag ziehen die Niederschläge in Richtung Westalpen. Die Temperaturen fallen um bis zu acht Grad, Minusgrade in den Tälern sind keine Seltenheit mehr.
Trainer, die ihre Teams für Sonntagsspiele angesetzt haben, studieren jetzt Wetterradars stauf Taktikbrettern. Ein nasser Rasen verändert Balllaufzeiten, Passspiel und Muskelverletzungsrisiko – Kurzfristige Umstellung auf Kunstrasen ist für vereinsarme Klubs keine Option.

Am sonntag schlägt der nordwesten zurück
Piemont und Lombardei bekommen die Hauptschuld. Von früh an ziehen Wolkenbänder über den Po-Fluss, gegen 10 Uhr fängt es auf den Hügeln um Turin und Mailand an zu trüben. Schnee fällt ab 600 Metern, in Städten wie Bergamo oder Como regnet es stundenlang. Die Pro-Sky-Kamera über dem Giuseppe-Meazza-Stadion zeigt, wie Regenpfützen das Spielfeld in ein Spiegelbild verwandeln – ein Albtraum für Groundskeeper und TV-Direktoren gleichermaßen.
Im Süden bleibt es vergleichsweise ruhig. Kalabrien und Sizilien erwischen nur vereinzelte Schauer, doch auch hier kühlt die Luft deutlich ab. Wer an den Strand von Catania wollte, braucht eine Windjacke. Die erste Osterwoche rückt näher, und mit ihr die Frage: Schaffen es die Wetterdienste rechtzeitig, Trainingslager und Marathontermine neu zu justieren?
Die Antwort lautet: eher nein. Denn das Tief hängt wie ein festgefahrenes Mittelfeld – und zieht seine Kreise bis mindestens Mittwoch. Vereine mit engem Kaderplan müssen umdisponieren, Freizeitfußballer verlagern ihre Runden auf die Halle. Die einzige Gewissheit: Die Tage werden länger, aber eben nicht wärmer. Frühling auf Bewährung, sozusagen.
