Lawine in südtirol reißt skitourengruppe mit: zwei tote, ein vermisster
Um 11.40 Uhr donnerte es auf der Hohen Ferse. Eine Schneewand brach ab, riss zehn Skitourengeher mit und hinterließ bis zum frühen Nachmittag zwei Tote, drei Schwerverletzte und einen Vermissten in 2.445 Metern Höhe zwischen Ridnauntal und Ratschingstal.
Der lawinenkeil traf voll ausgestattete tourengeher
Alle Sportler trugen LVS-Geräte, doch die Signalhalfen halfen nur denen, die noch atmen konnten. Die Einsatzzentrale Innsbruck alarmierte sofort sechs Hubschrauber, Bergwacht und Finanzpolizei. Sie flogen im Minutentakt, doch die verschüttete Spur war schnell zugeweht.
Die Retter gruben mit bloßen Händen, bis die Lawinenhunde kamen. Gegen 15.30 Uhr bergten sie die ersten beiden Leichen. Die Identität der Opfer ist noch nicht bekannt, die Angehörigen wurden noch nicht informiert.

Schneelage war als kritisch gemeldet
Die Lawinenwarnstufe war seit Tagen auf „erheblich“. Wind und Sonne hatten die Schneedecke instabil gemacht, doch die Gruppe ging trotzdem los. Ein Fehler, den sie mit dem Leben bezahlten. Die verletzten drei Sportler liegen mit Schädel-Hirn-Trauma und Rippenserienbrüchen in der Klinik Sterzing, einer konnte bereits operiert werden.
Der Vermisste ist ein 34-jähriger Bergsteiger aus München. Seine LVS-Sonde sendet noch, aber das Signal ist schwach. Die Suche läuft bis Einbruch der Dunkelheit, dann entscheidet sich, ob sie in der Nacht fortgesetzt wird.
Die Hohe Ferse ist ein beliebtes Tourenziel, weil sie leicht erreichbar ist. Genau das macht sie gefährlich. Wer dort abseits der markierten Route geht, spielt mit dem Wetter – und verliert häufig.
