Wochenende im alpen-check: schneefall bis in die hügel – jetzt zieht die kaltfront durch

Mailand rüstet sich für einen Wetter-Coup. Noch liegt Sonne über der Lombardei, doch schon am Samstag schlägt das Thermometer um bis zu zwölf Grad zurück. Die erste atlantische Störung seit Wochen rollt mit einem Tief über dem westlichen Mittelmeer herein – und bringt italienischen Frühling auf Abriss.

Warum der norden am härtesten trifft

Während Bozen und Turin am Freitag noch 18 °C messen, kippt die Schneefallgrenze in der Nacht auf Samstag auf 600 Meter. Die Luftmasse ist so kalt, dass selbst die Hügel um Novara und Vercelli weiß werden. Für die Alpen bedeutet das: bis zu 40 cm Neuschnee in 24 Stunden, Lawinen-Gefahrenstufe steigt auf drei. Der Süden erhält nur Abrieb: Regenschauer zwischen Neapel und Bari, dazu Böen von 70 km/h. Der Scirocco peitscht Sizilien, der Maestrale Korsika – ein Doppelschlag, der die Inselflieger lahmlegt.

Der Grund liegt in einem blockierenden Hoch über Osteuropa. Es drückt die Polarluft wie auf einer Schneise gen Süden. Meteo-Modell ECMWF zeigt eine negative Anomalie von minus 8 Grad gegenüber dem 30-Jahres-Mittel. Kurz: Der Winter holt nach, was der März bisher schuldig blieb.

Was das für den sport bedeutet

Was das für den sport bedeutet

Die Skigebiete rund um Bormio und Livigno jubeln – Saisonverlängerung garantiert. Doch für die Serie A wird es eng: Bologna–Lecce am Sonntag droht Schneefall bis zurStadion-Sollinie. Die Straßenbehörde ANAS mobilisiert 400 Räumfahrzeuge, die A22 wird gesperrt, sollte es glasig werden. Wer also nach Mailand zum 10-km-Lauf „Stramilano“ wollte: Startverschiebung ist im Gespräch, die Organisatoren beraten heute Abend.

Und die Zahlen? 1,3 Milliarden Euro kostet Italien jedes Jahr Wetterbedingter Sport-Ausfall. Dieses Wochenende dürfte allein der Verlust durch abgesagte Fußball-Tickets die 15-Millionen-Marke knacken. Die Kaltfront zieht am Sonntagabend ab, doch die Bilanz bleibt klar: Der Frühling hat sich verspätet – und der Norden trägt wieder Winterstiefel.