Thun ringt gc nieder – schnee, var-chaos und der nächste meisterschaftsschritt

Im Tosen der Stockhornkappe dreht Thun am Freitagabend auf und davon. 2:1 gegen den Grasshopper Club, Tabellenplatz eins behauptet – und das trotz eines Starts, der an einen kalten Schlag ins Gesicht erinnert.

17. Minute, Schneetreiben, 0:1. Luke Plange schlägt eine schnelle Hereingabe, Young-Jun Lee schiebt ein, die Thuner Abwehr steht wie versteinert. Die Berner Oberländer wirken kurz benommen, doch das währt nur acht Minuten.

Käit und montolio drehen binnen 180 sekunden

Käit und montolio drehen binnen 180 sekunden

Eine trainierte Ecke landet bei Mattias Käit, der Leonardo Bertones Schuss ablenkt – 1:1. Noch ist der Jubel kaum verklungen, da lenkt Genis Montolio einen Fabio-Fehr-Schuss unhaltbar ins Tor. 2:1, Schnee oder nicht, Thun spielt sich warm.

Der VAR mischt kräftig mit. Kurz vor der Pause hätte Lee das 2:2 erzielt, doch Blanco zieht den Stockhornkreidestrich: Planges Position im Abseits wird als aktiv gewertet – Tor annulliert. Kurz darauf zählt auf der Gegenseite ein Treffer nicht: Elmin Rastoder blockiert Justin Hammels Abstoß, Fabio Fehr schiebt ins leere Tor. Foul, entscheiden Video-Assistentin und Schiedsrichterin – 3:1 bleibt Makulatur.

Die Zahlen sprechen für Thun: 13 Siege in 17 Partien, 42 Punkte, nur 13 Gegentore. Die Defensive ist die beste der Challenge League, die Offensive die effizienteste seit Wochenbeginn.

Am Horizont ragen zwei Schlüsselspiele: Lausanne empfängt Aarau, Luzern gastiert in Wil. Thun kann am Sonntagabend bereits mit sechs Punkten Vorsprung in die Winterpause reiten – ein Polster, das in dieser Liga selten verspielt wird.

Die Spieler verschwinden unter Schneeflocken in der Kabine, der Meisterschaftsmotor summt leise, aber unaufhaltsam. Wer Thun stoppen will, braucht mehr als kalte Füße und VAR-Entscheidungen. Er braucht ein Wunder – und die sind in dieser Saison Mangelware.