67 Meter stahl-traum: crn baut ersten hybrid-megayacht der welt

Ancona schickt ein 1.500-Tonnen-Monster auf die Weltmeere, das sich lieber mit Strom als mit Diesel bewegt. Amor à Vida heißt der 67-Meter-Koloss, und der Name ist Programm: Liebe zum Leben, Liebe zum Meer – und Liebe zur Technik.

Statt v12-gebrüll flüstern jetzt 400-volt-siemens-motoren

Zwei MTU-Diesel bleiben an Bord, aber nur als Notfall-Backup. Im Alltag übernehmen zwei 200-kW-Synchron-E-Maschinen von Siemens Energy. Das System speist sich aus dem Abwärme-Loop der Hauptmaschinen, speichert überschüssige Energie und schickt sie zurück, wenn der Kapitän 16 Knoten auf dem Tacho will. 5.200 Seemeilen Reichweite bei 12 Knoten – das reicht von Genua nach Recife ohne Tankstopp.

Die Idee stammt nicht aus der Yacht-Branche, sondern aus Maranello. Codename „Project Maranello“ – ein Seitenhieb auf die Ferrari-Leidenschaft des Auftraggebers. Dass Piero Ferrari selbst Vice Chairman der Ferretti Group ist, macht den Kreis perfekt. Formel-1-CEO Stefano Domenicali sitzt im Verwaltungsrat, also lag ein Hybrid-Antrieb irgendwann in der Luft.

Beach club, turmkino und ein bar-counter aus den alpen

Beach club, turmkino und ein bar-counter aus den alpen

Nuvolari Lenard zeichnet für Außen- und Innenlinien verantwortlich, Valentina Zannier füllt die Kurven mit seidenmattem Sycamore und Nabuk-Leder. Keine Ecke, keine Kante, alles fließt. Das Herzstück: eine Bar aus Gipsabdrücken der Seealpen, horizontal verlegt, darauf ein Monoblock aus Kristall-Quarzit. Darüber schwebt eine verglaste Kuppel, nachts wird sie zur Sternwarte.

Beim 67-Meter-Giganten zählt nicht nur Größe, sondern Spielraum. 280 Quadratmeter Beach-Club mit Sauna aus Travertin, Fitness-Terrasse, die sich auf Knopfdruck ins Wasser senkt, und ein Kino unter freiem Himmel auf dem Flybridge-Deck. Der Tender? Ein 35-Knoten-Limousinen-Boot von IC Yachts, die Innenarchitektur kopiert Bugatti-Cockpits. Dazu ein Mag-Bay-43-Chase-Boat mit 1.800 PS Mercury-Power, um Jet-Skis, Seabobs und Wakeboards zu schleppen.

12 Gäste, 17 Crew. Preis? Schweigen ist Gold. Doch die Zahl, die zählt, steht auf dem Display der Hybrid-Zentrale: 30 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch gegenüber herkömmlichen Systemen. Bei einem Schiff, das pro Stunde sonst 700 Liter Diesel schluckt, spart das pro Jahr rund 250.000 Liter – und entlässt 650 Tonnen CO₂ weniger in die Luft.

Amor à Vida ist keine Yacht mehr, sie ist ein flottes Kraftwerk. Die Superreichen bekommen endlich ein Spielzeug, das nicht nur protzt, sondern spart. Und die Werft aus Ancona liefert den Beweis: Luxus und Klimaschutz lassen sich auf 67 Meter Länge vereinen – wenn man will.